Guinea-Bissau: Ex-Präsident will Wahl verhindern

24. Mai 2005, 10:37
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Kumba Yala macht sich eineinhalb Jahre nach Entmachtung erneut zum Präsidenten - UN-Generalsekretär Kofi Annan besorgt

Bissau - Rund eineinhalb Jahre nach seiner Entmachtung hat sich der frühere Präsident von Guinea-Bissau, Kumba Yala, erneut zum Staatschef ernannt und die geplante Präsidentschaftswahl für überflüssig erklärt.

Da er durch einen Militärputsch entmachtet worden sei, sei seine Amtszeit noch nicht beendet, sagte Yala am Sonntag in der Hauptstadt Bissau. Der Wahlprozess sei unterbrochen. Er wolle später über die Ansetzung neuer Wahlen entscheiden, sagte Yala.

"Tief besorgt"

UN-Generalsekretär Kofi Annan äußerte sich "tief besorgt" über die Entwicklung in dem westafrikanischen Land. Insbesondere alle Politiker seien aufgerufen, alles zu unterlassen, was friedlichen und ordentlichen Wahlen in Guinea-Bissau im Wege stehen könnte, hieß es in einer Erklärung seines Büros.

Yala war im September 2003 durch einen unblutigen Militärputsch abgesetzt worden. Die Militärs hatten an seiner Stelle Henrique Rosa als Präsidenten eingesetzt, der das Land bis zur Wahl am 19. Juni führen soll. Guinea-Bissau kommt es seit 15 Jahren immer wieder zu Militärcoups. (APA)

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    Ex-Präsident Kumba Yala will zurück an die Macht

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