"Newsweek" rudert zurück

25. Mai 2005, 10:51
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"Ungenauigkeiten" bei Bericht über Schändung des Korans durch US-Soldaten

Obwohl der Chefredakteur von Newsweek, Mark Whitaker, der Überzeugung war, er hätte in seiner offiziellen Entschuldigung in der dieswöchigen Ausgabe des Nachrichtenmagazins klar gemacht, dass Newsweek eine ungenügend recherchierte Geschichte über angebliche Schändungen des Korans im US-Lager Guantánamo zurückgezogen hätte, folgte Montag ein eindeutigeres Dementi: "Aufgrund dessen, was wir heute wissen, ziehen wir unsere ursprüngliche Geschichte, dass eine interne militärische Untersuchung Entweihungen des Koran aufgedeckt habe, zurück."

Dies war die Folge starker Kritik, unter anderem vom Sprecher des Weißen Hauses, der sich "verwirrt" darüber gezeigt hatte, dass Newsweek den Artikel nicht klar und deutlich zurückgezogen habe. Whitaker konterte: "Wir haben es als Irrtum und Fehler bezeichnet." Aber es sei ihm klar geworden, dass manche Leute das nicht gehört hätten und an der Wortwahl hängen geblieben seien. McClellan hatte auch erklärt, dass die Amerikaner, einschließlich Präsident George W. Bush, empört darüber seien, dass ein solcher Artikel überhaupt gedruckt worden sei.

Bisher zeigt Newsweek noch keine Anzeichen, einen der verantwortlichen Redakteure, allen voran den versierten Journalisten Michael Isikoff, zu feuern: Isikoff habe eine bisher als verlässlich bekannte Quelle kontaktiert. (DER STANDARD, Printausgabe, 18.5.2005)

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    Der Newsweek-Bericht hatte in der gesamten islamischen Welt heftige antiamerikanische Proteste ausgelöst. Im Bild: Demonstration im palästinensischen Flüchtlingslager im Gaza Streifen

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    Indische Moslems protestieren bei einer Kundgebung in Mumbai

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