Paraguay: Das „Archivo del Terror“ ...

15. Mai 2005, 17:41
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...und dessen Rolle in der Aufarbeitungsdebatte über das Stroessner-Regime - Ein Vortrag

Nur drei Jahre nach dem Sturz des letzten paraguayischen Diktators Alfredo Stroessner, der damals die noch längste Diktatur des Kontinents innehatte, fand man das Archiv der politischen Polizei des gestürzten Regimes, das inzwischen als „Archiv des Schreckens“ bekannt ist. Dieses Aktenmaterial, das unter anderem Menschenrechtsverbrechen und die Repressionsmaschinerie des Regimes dokumentiert, brachte einen neuen Wind in die Aufarbeitungsdebatte Paraguays und löste eine heftige Diskussion über begangene Verbrechen und deren Aufklärung aus. Inzwischen, zwölf Jahre nach dessen Entdeckung, konnte unter anderem durch dieses Archiv, das öffentlich zugänglich gemacht wurde, einerseits zwar Aufarbeitungsarbeit geleistet werden, andererseits wurden aber auch viele Hoffnungen enttäuscht. Der Vortrag gibt kurz einen Einblick über den Inhalt des „Archiv des Schreckens“ und greift die Frage auf, welche Aufarbeitungsfunktion es leistet bzw. nicht leistet. Zur Person: Studium der Geschichte und Spanisch an Universität Wien (1997-2003), insgesamt fünfmonatiger Studienaufenthalt (Universidad Nacional de Asunción) und Forschung für Dissertation in Paraguay (2003 und 2005), Mitarbeit an einem Projekt des Boltzmann Instituts für Politik und zwischenmenschliche Beziehungen (2004).

Ein Vortrag von Birgit Hittenberger (Wien) Moderation: Teresa Frisch-Soto (red)

Am Mittwoch, 08 Juni 2005, 18:00 Uhr - 20:00 Uhr
Ort: Institut für Geschichte, HS 45 Dr. Karl Lueger Ring 1 1010 Wien
Veranstalter/in: Geschichte am Mittwoch
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