Hilfsorganisationen stoppen Einsatz im Westen

15. Mai 2005, 14:45
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Nach Angriffen von Maoistische Rebellen gegen Mitarbeiter

Kathmandu - Nach Übergriffen maoistischer Rebellen im Westen Nepals haben vier ausländische Hilfsorganisationen ihre Arbeit in der Region vorerst eingestellt. Einige ihrer Mitarbeiter seien in dem Dorf Sukatiya angegriffen worden, teilten die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (UN), das britische Ministerium für Internationale Entwicklung und die niederländische Hilfsorganisation SNV mit.

Rebellen hätten eine Frau dazu gezwungen, ihr eigenes Grab zu schaufeln. Weitere Einzelheiten wurden nicht bekannt. Es sei klar, dass dieser Vorfall dramatisch den Richtlinien für die Hilfseinsätze zuwiderlaufe. "Wir bedauern es zutiefst, aber wir können unsere Mitarbeiter nicht weiteren Gefahren aussetzen."

Hochburg

Sukatiya liegt rund 600 Kilometer westlich der Hauptstadt Kathmandu und gilt als eine Hochburg der maoistischen Rebellen. Diese kämpfen seit fast zehn Jahren für eine kommunistische Republik in dem zwischen Indien und China gelegenen Königreich, das zu den ärmsten Ländern der Welt gehört. Seit Beginn des Aufstands kamen bei Auseinandersetzungen mehr als 11.000 Menschen ums Leben.

In den vergangenen drei Tagen verschleppten die Rebellen nach Angaben der Armee mindestens 450 Schulkinder. Die Aufständischen haben bereits wiederholt in entlegenen Gegenden Schulkinder entführt, um sie politisch zu beeinflussen und mit ihnen die Teilnehmerzahl pro-maoistischer Demonstrationen in die Höhe zu treiben. Die Kinder kamen bisher zumeist nach einigen Tagen unverletzt wieder frei. Am Sonntag löste die Polizei zudem in Kathmandu eine Protestkundgebung von rund 200 Studenten auf, die trotz eines Demonstrationsverbots für eine Demokratisierung des Landes und gegen König Gyanendra auf die Straße gegangen waren. Dutzende Demonstranten wurden festgenommen. (APA/Reuters)

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