Schüssel: "Einzigartiger Glücksfall"

15. Mai 2005, 17:01
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Kanzler: "Freiheit ist etwas unglaublich Kostbares. Wir sollten sorgfältig damit umgehen"

Wien - Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) stellte in seiner Rede am Beginn des Festaktes der Republik zum Staatsvertrags-Jubiläum im Schloss Belvedere den Wert der Freiheit in den Mittelpunkt. Der Staatsvertrag habe Österreich vor 50 Jahren frei gemacht. "Freiheit ist etwas unglaublich Kostbares. Wir sollten sorgfältig damit umgehen, vor allem, weil sie uns selbstverständlich geworden ist."

Der Bundeskanzler dankte den Vertretern der vier Signatarmächte - den Außenministern Russlands und Frankreichs, Sergej Lawrow und Michel Barnier, dem britischen Europaminister Douglas Alexander und dem früheren US-Senator Rudy Boschwitz - für das Vertrauen, das Österreich vor 50 Jahren entgegengebracht worden sei.

Österreich habe vor 50 Jahren freiwillig die Neutralität gewählt und sich verpflichtet, an keinen Kriegen teilzunehmen, keinem Militärbündnis beizutreten und keine fremden Truppen im Land zu stationieren. "Das gilt auch weiter - als klarer Auftrag für eine aktive Friedenspolitik", so der Bundeskanzler. Der Staatsvertrag sei das "Passwort" für den Beitritt Österreichs zu den Vereinten Nationen und zum Europarat gewesen.

"Einzigartiger Glücksfall"

Der 15. Mai 1955 sei für Österreich ein "einzigartiger Glücksfall" gewesen. Erst vier Jahrzehnte später sei der Eiserne Vorhang in Europa gefallen. Heute habe Österreich wieder einen Platz im Zentrum Europas. "Gelebte Nachbarschaft ist unsere Aufgabe", betonte der Kanzler. "Wir wollen hineinwachsen in eine gemeinsame Heimat Europa, ohne die Heimat Österreich aufzugeben."

Schüssel verwies auch auf die erst vor vier Tagen vom Nationalrat ratifizierte neue Europäische Verfassung. Österreich werde weiterhin die Freiheit des Staatsvertrages nutzen, künftig aber auch die neuen Freiheiten der Europäischen Verfassung. (APA)

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