Salzburgs einziger FP-Bürgermeister verlässt Partei

19. Mai 2005, 17:12
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Mittersiller Ortschef Viertler: Wechsle nicht

Salzburg - Salzburgs einziger FP-Bürgermeister, der Mittersiller Ortschef Wolfgang Viertler, verlässt die Partei und wird auch zu keiner anderen wechseln. "Ich bin nicht bereit, mich auf orange oder sonst irgendeine Farbe umzufärben", erklärte der Bürgermeister den Mitgliedern der blauen Pinzgauer Ortsgruppe bei ihrer Sitzung. "Hier in Mittersill ist die Ortsgruppe so stark, dass es 2004 gegen jeden politischen Trend möglich war, den Bürgermeistersessel zu erobern", sagte Viertler in der Ausgabe der "Kronen-Zeitung" am Sonntag.

Durchtauchen

Er habe lange überlegt, "aber ich werde täglich gefragt, was ich zu den Vorgängen auf Bundes- und Landes-Ebene sage", so Viertler in der "Krone". Bis jetzt habe er geschwiegen, "weil das würde nur weiter zu dem parteiinternen Hickhack beitragen, ich würde damit der freiheitlichen Gesinnung keinen guten Dienst erweisen. Als Privatmann könnte ich so eine Phase durchtauchen und auf bessere Zeiten hoffen. Aber als Bürgermeister ist das nicht möglich."

"Uns geht es in Mittersill nicht darum, etwas zu werden, sondern etwas für den Ort und die Region zu bewegen. Für uns gilt das Prinzip: Ob rote Landeshauptfrau, schwarzer Bundeskanzler, oranger Minister oder blauer Volksanwalt - bei uns ist jeder, der demokratisch gesinnt und gewählt ist, herzlich willkommen", wird der Bürgermeister zitiert.

Viertler hatte sich im März 2004 in der Stichwahl gegen den amtierenden Bürgermeister Roman Oberlechner (SPÖ) durchgesetzt - und war damit der erste FPÖ-Ortschef seit 1994 im ganzen Land. Der Landes-FPÖ, die von den internen Sitzung der Mittersiller nicht informiert war, teilte Viertler den Austritt am Samstag per Telefon mit und weil Landesparteiobmann Karl Schnell nicht erreichbar war, ging die Nachricht an Stellvertreterin LAbg. Rosemarie Blattl, berichtet die "Krone". (APA)

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