Karzai fordert Konsequenzen von USA in Koran-Affäre

18. Mai 2005, 18:24
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Afghanistans Präsident will eine Prüfung der Vorfälle und gegebenenfalls Strafmaßnahmen - Neuerliche anti-amerikanischer Demonstrationen in Afghanistan

Kabul - Afghanistans Präsident Hamid Karzai hat angesichts erneuter landesweiter anti-amerikanischer Proteste die USA gedrängt, Berichte über Koran-Entweihungen in Guantanamo zu prüfen und gegebenenfalls Strafmaßnahmen zu erlassen.

"Wenn bewiesen wird, dass dies passiert ist, dann werden wir die amerikanische Regierung dringlich bitten, denjenigen, der der Übeltäter ist, vor Gericht zu bringen und zu bestrafen", sagte Karzai am Samstag vor Journalisten.

Neuerliche Demonstrationen in Afghanistan

In mehreren Teilen Afghanistans kam es erneut zu Demonstrationen, die Behörden zufolge jedoch zumeist friedlich verliefen. Die Proteste waren durch einen Magazinbericht ausgelöst worden, wonach Ermittler im US-Militärgefängnis von Guantanamo Bay auf Kuba den Koran auf Toiletten ausgelegt und in mindestens einem Fall auch hinuntergespült haben sollen.

Bei den seit Mittwoch andauernden Protesten starben bisher 16 Afghanen, mehr als hundert Menschen wurden verletzt. Es sind die heftigsten anti-amerikanischen Proteste in Afghanistan, seit US-Truppen 2001 einmarschiert waren, um das Taliban-Regime zu stürzen.

Die USA sicherten bereits zu, den Bericht über die Koran-Entweihung zu prüfen. "Respektlose Taten gegen den Heiligen Koran verabscheuen wir alle", hatte Außenministerin Condoleezza Rice gesagt.

Karzai sagte weiter, er werde die USA bitten, alle afghanischen Gefangenen auszuliefern. Von den derzeit mehr als 500 in Guantanamo Festgehaltenen stammen viele aus Afghanistan. (APA/Reuters)

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    Afghanistans Präsident Hamid Karzai fordert, dass der Übeltäter vor Gericht kommt und bestraft wird.

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