Somalia: Clanchefs gaben erstmals Waffen ab

19. Mai 2005, 20:57
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Zeremonie in Stadion von Mogadischu - Weiter Streit um Rückkehr der Regierung

Mogadischu - In einer Zeremonie vor hunderten Zuschauern haben somalische Clanchefs am Samstag erstmals ihre Waffen abgegeben. Die Kriegsherren lieferten dem stellvertretenden Regierungschef Mohamoud Abdullahi Jama hunderte Maschinengewehre, mehr als 50 Kleinlaster mit Luftabwehr-Artillerie und großkalibrige Waffen ab.

Jama lobte den Beginn der freiwilligen Entwaffnung als Meilenstein auf dem Weg zur Rückkehr der Regierung nach Mogadischu. Die Übergangsregierung arbeitet wegen der Gewalt in dem ostafrikanischen Land von Kenia aus. Ihr Umzug nach Somalia wurde schon mehrfach verschoben.

Patrouillen

"Das sind nicht mehr unsere Waffen, sie gehören dem somalischen Volk", sagte Musa Sudi Yalahow, einer der Clanchefs. Die ehemaligen Kriegsherren, die ihre Waffen abgegeben haben, gehören inzwischen der Übergangsregierung an. Ihre Kämpfer sollen nun in Patrouillen für Sicherheit in der Hauptstadt sorgen. Die Waffenabgabe ist der erste Schritt dieser Art seit Clanchefs Präsident Siad Barre 1991 gestürzt hatten. Seitdem wurden bei Kämpfen bis zu 500.000 Menschen getötet; eine funktionierende Regierung gibt es nicht mehr. Die jetzige Übergangsregierung trat ihr Amt im vergangenen Jahr an.

Streit gibt es allerdings immer noch um die Rückkehr der Regierung. Das Parlament beschloss am Mittwoch, dass die Regierung sich in zwei somalischen Provinzstädten niederlassen soll. Das lehnten die Clanchefs allerdings ab, die Mogadischu kontrollieren und die Rückkehr der Regierung in die Hauptstadt fordern. Sie sind auch gegen die Stationierung afrikanischer Soldaten zum Schutz des Regierungsumzugs. (APA/AFP)

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