Tiwag sperrt Internetzugang für Belegschaft zu Kritiker-Homepage

23. Mai 2005, 10:16
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"Aktion zum Schutz der Mitarbeiter"

Mitarbeiter der Tiroler Wasserkraft AG (Tiwag) können auf die Home-Page des Tiwag-Kritikers Markus Wilhelm nicht mehr zugreifen. Die "Aktion zum Schutz der Mitarbeiter" wurde von Vorstandsvorsitzenden Bruno Wallnöfer veranlasst. Einem Antrag der Tiwag, die Internetseite zu sperren, war vor Gericht nicht stattgegeben worden.

Nicht mehr zumutbar

Wallnöfer erklärte in der Samstagsausgabe der "Tiroler Tageszeitung", dass es nicht mehr zumutbar sei, dass die Mitarbeiter während der Arbeitszeit "dem völligen Unsinn" der Home-Page ausgesetzt seien. Die Aktion sei dem Betriebsrat mitgeteilt worden. Es habe keine Proteste gegeben.

Streit

Zu dem Rechtsstreit des Landesenergieversorgers gegen den Tiwag-Kritiker war es gekommen, nachdem Wilhelm auf seiner Homepage geheime Details über die Cross-Border-Leasing-Geschäfte der landeseigenen Tiwag mit US-Investoren veröffentlicht hatte. Auf Druck der Tiroler Wasserkraft wurde seine alte Webseite http://www.dietiwag.at vom Netz genommen. Daraufhin änderte Wilhelm seine Internet-Adresse und ist seither unter http://www.dietiwag.org online.

Verfügung

Mit einer Einstweiligen Verfügung erreichte die Tiwag, dass der Provider des Kraftwerkegegners Markus Wilhelm kreditschädigende Aussagen aus dem Internet nehmen muss. Einem weiteren Antrag der Tiwag, die beanstandete Internetseite gänzlich zu sperren, war hingegen nicht stattgegeben worden.(APA)

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