USA verhängen Importquoten für chinesische Textilien

20. Mai 2005, 16:52
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Peking protestiert- Auch EU prüft Sanktionen gegen Billigimporte

Washington/Peking - Rund viereinhalb Monate nach Aufhebung der WTO-Einfuhrbeschränkungen haben die USA neue Importgrenzen für Textilien aus China verhängt. Die Quoten würden ab Ende Mai für drei Kategorien von Textilien greifen, erklärte die zuständige US-Behörde CITA am Freitag. US-Handelsminister Carlos Gutierrez sagte, Washington werde Peking um Konsultationen in der

Angelegenheit bitten. China reagierte empört auf die neuen Einfuhrgrenzen. Der Import von chinesischen Textilien war nach dem Wegfall der bis dahin geltenden Quoten am 1. Jänner teilweise um das 15-fache in die Höhe geschnellt.

Die Einfuhrbeschränkungen sollen für Hemden und Blusen aus Baumwolle sowie für Baumwollhosen und Herrenunterwäsche gelten. In diesen Kategorien dürfen chinesische Importe den Durchschnittswert der Einfuhren in den vergangenen zwölf bis 14 Monaten um maximal 7,5 Prozent überschreiten, wie das US-Handelsministerium mitteilte. Alle darüber hinaus eingeführten Lieferungen würden von den US-Zollbehörden blockiert.

Gutierrez sagte, die USA strebten Konsultationen mit China an, "um eine Lösung zu finden, die die Entwicklung eines Handels ohne jede Quote erlaubt". Falls auf diplomatischem Wege keine Einigung erzielt werde, sollten die Einfuhrgrenzen mindestens bis Jahresende gelten.

Die chinesische Regierung reagierte empört auf die Maßnahmen. Die Änderungen innerhalb der Welttextilindustrie bestünden erst seit vier Monaten, sagte ein Sprecher des Handelsministeriums in Peking am Samstag. "Dies ist zweifellos ein äußerst schlechter Vorgang, der das multilaterale Handelssystem ernsthaft schädigen wird."

Nach Angaben der US-Textilindustrie waren die Textilimporte aus China in die USA seit Wegfall der WTO-Einfuhrbeschränkungen am 1. Jänner sprunghaft angestiegen. Der Import von Unterwäsche stieg demnach um das Dreifache, der von Baumwollhosen sogar um das 15-Fache. Mehr als 16.000 Arbeitsplätze in der US-Textilindustrie seien dadurch verloren gegangen, 18 Fabriken hätten schließen müssen.

Auch die Europäische Union, wo sich die Importe im ersten Quartal für einige Textilkategorien verfünffacht haben, erwägt Einfuhrbeschränkungen. Außenhandelskommissar Peter Mandelson forderte China am Donnerstag zu raschem Handeln auf und drohte damit, den Fall vor die Welthandelsorganisation (WTO) zu bringen. Italien, Frankreich, Spanien, Portugal und Griechenland fordern eine Einschränkung der chinesischen Textileinfuhren. (APA/AP)

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