Amnesty international kritisiert Polizeibrutalität

18. Mai 2005, 13:25
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Folterdrohungen des Frankfurter Vize-Polizeipräsidenten kein Einzelfall

Berlin - Die Menschenrechtsorganisation amnesty international (ai) hat die Anwendung von Folter bei der Verbrechensbekämpfung in Deutschland scharf kritisiert. Es sei nicht tolerierbar, wenn die Polizei brutal gegen in Haft genommene Menschen vorgehe, sagte die Vorstandssprecherin der ai in Deutschland, Anja Mihr, dem Deutschlandradio am Samstag.

Mihr verwies darauf, dass der Fall des Frankfurter Vize-Polizeipräsidenten Wolfgang Daschner, der einen verdächtigen Kindesentführer mit der Androhung von Folter zum Reden bringen wollte, kein Einzelfall sei. Das belege der ai-Bericht des vergangenen Jahres. Folter dürfe aber nicht akzeptiert werden. "Wir hoffen, dass die Bevölkerung sich dieser Meinung anschließt" und die Konsequenzen begreift, "wenn Folter als Mittel zur Geständniserpressung benutzt werden kann", sagte Mihr dem Sender.

Die deutsche Sektion von ai begann am Samstagvormittag ihre Jahresversammlung in Leipzig. 34 Jahre nach ihrer Gründung tagt die Organisation erstmals in den neuen Bundesländern. Die rund 600 Delegierten wollen sich vor allem für das absolute Folterverbot in Deutschland einsetzen. Am Sonntag soll dann der Vorstand von ai in Deutschland gewählt werden. Weltweit hat ai rund 1,8 Millionen Mitglieder, davon in Deutschland etwa 75.000. (APA)

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