Brückenbauer

28. November 2005, 10:38
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"Tue Gutes und profitiere davon" ist auf den Klassiker des "Tue Gutes und rede darüber" gefolgt

Ethisches Verhalten bringt wirtschaftlichen Nutzen. Das sagen laut Umfrage der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton bereits drei Viertel der Manager im deutschsprachigen Raum zum Thema Corporate Social Responsibility. "Der Globalisierung ein menschliches Antlitz verleihen", sagt UN-Generalsekretär Kofi Annan. "Wir tun das, weil es gut ist für das Geschäft", erklärt etwa der Erdölkonzern BP zur Aufstockung des CSR-Etats auf 500 Mio. Dollar.

"Werte schaffen für Mitarbeiter, Aktionäre, Kunden, Lieferanten, für das Gemeinwesen", schreiben Unternehmen in ihren CSR-Berichten. Dies vor dem Hintergrund, dass die 100 größten Wirtschaftseinheiten der Welt mittlerweile mehrheitlich nicht mehr Staaten, sondern Unternehmen sind. Und diese müssen und wollen sich als Weltbürger im besten Sinn profilieren. Löbliche Tätigkeiten wie Spenden und Sponsern gehören dazu. Dies allerdings "hart" wie ein Businessprojekt: planen, budgetieren, evaluieren.

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass das professionellem Fundraising auch in Österreich breiteren Auftritt verschafft. Den wesentlichen Beitrag auf der anderen Seite leistet der zunehmende Rückzug des Staates aus der sozialen Arbeit. Fundraising wird so gesehen zu einem noch wichtigeren Beschäftigungsfaktor, der Dienstleistungsberufe ermöglicht.

Welche Rolle Fundraiser im Bildungssystem und auf dem Weg zu unternehmerischen Universitäten in Österreich einnehmen werden, wird wohl von den strukturellen Widerständen geprägt sein. In den USA gehören sie jedenfalls zu den bestbezahlten im Bildungssystem

(Der Standard, Printausgabe 14./15.5.2005)

Von Karin Bauer
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