"Trümmerfrauen" sollen 300 Euro bekommen

17. Mai 2005, 10:45
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Aber nur jene, die keine eigene Pension haben und Mütter sind - SPÖ-Frauensprecherin spricht von "Verhöhnung"

Wien - Als Geste des Dankes für ihre Leistungen beim Wiederaufbau Österreichs sollen im heurigen Gedenkjahr so genannte Trümmerfrauen 300 Euro bekommen, kündigte Sozialministerin Haubner am Freitag in der "ZiB" an. Allerdings nicht alle - sondern nur jene Frauen, die keine eigene oder wenig Pension haben und Mütter sind. Das sind laut "ZiB" rund 55.000 Frauen.

Die rund 300 Euro - mit denen "Danke gesagt werden" solle - sollen Frauen bekommen, die vor 1930 geboren wurden, vor 1950 Kinder bekommen haben und heute keine eigene Pension haben oder mit einem Partner vom Familienrichtsatz leben müssen, erklärte Haubner. Finanzieren will sie diese Zahlung durch Umschichtungen im Sozialbudget. Finanzminister Grasser muss allerdings erst zustimmen.

Heinisch-Hosek: "Trümmerfrauen" werden mit Almosen abgespeist

Kritisch äußerte sich am Samstag SPÖ-Frauensprecherin Gabriele Heinisch-Hosek zu der Ankündigung von Sozialministerin Ursula Haubner, einem Teil der "Trümmerfrauen" mit wenig oder keiner Pension 300 Euro als "Dankeschön" zukommen zu lassen. Bei genauerem Hinsehen stelle sich heraus, dass es sich hier nur um ein "Almosen für einige" handle. Aber gerade diese Generation hätte sich "mehr als nur das verdient", meinte Heinisch-Hosek.

Die rund 300 Euro will Haubner jenen Frauen zukommen lassen, die vor 1930 geboren wurden und vor 1950 Kinder bekommen haben. Sie würden damit aber nur "als Almosenempfängerinnen abgespeist", kritisierte Heinisch-Hosek. "Von existenzsichernden Maßnahmen hätte die Wiederaufbaugeneration wesentlich mehr, als von vagen, aber publicityträchtigen Zusagen unmittelbar vor dem Staatsvertragsjubiläum." Und in Anbetracht der belastenden Maßnahmen der Regierung in den vergangenen Jahren komme diese Ankündigung "ohnehin nur einer Verhöhnung" gleich. (APA)

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