Jeden Tag Physik - 17. Mai: Das Telemobiloskop

14. Mai 2005, 11:00
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Der "Fernbewegungsseher" kann als das weltweit erste Radar bezeichnet werden

Der heute recht seltsam anmutende Ausdruck "Telemobiloskop" heißt übersetzt so viel wie "Fernbewegungsseher" und kann als das weltweit erste Radar bezeichnet werden.

Entwickelt wurde das Gerät von Christian Hülsmeyer, der am 25. Dezember 1881 im deutschem Eydelstedt bei Diepholz geboren wurde. Hülsmeyer machte eine Ausbildung am Lehrerseminar in Bremen. Dort hatte er das Glück, auf einen verständnisvollen Lehrer zu treffen, der ihm die Benutzung des schuleigenen Labors für seine Versuche mit elektromagnetischen Wellen gestattete. Ein Schiffsunglück auf der Weser, bei dem unter schlechten Witterungs- und Sichtverhältnissen ein junger Mann aus Hülsmeyers Umgebung ums Leben kam, bestärkte den engagierten Jungforscher in seiner Idee, die Reflexion elektromagnetischer Wellen zur Warnung vor Hindernissen auf dem Kurs eines Schiffes einzusetzen.

Was ihm auch gelang: Am 17. Mai 1904, Hülsmeyer war gerade 22 Jahre alt, führte er im Hof des Kölner Domhotels sein Telemobiloskop erstmals den Vertretern von Schifffahrtsgesellschaften und der lokalen Presse vor. Am Tag darauf fand eine noch eindrucksvollere, öffentliche Präsentation an der Hohenzollernbrücke am Rhein statt. Das Telemobiloskop war mit seinen Antennen auf den Fahrweg der Schiffe gerichtet und meldete durch die Aktivierung einer Klingel zuverlässig jedes vorbeifahrende Schiff. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14./15. 5. 2005)

Für das Weltjahr der Physik erarbeiteten heimische Schulen (hier: BG/ BRG Knittelfeld) mit der Österreichischen Physikalischen Gesellschaft, gefördert vom Wissenschafts­ministerium, einen Physikkalender: Dort findet sich zu jedem Tag im Jahr ein für die Physik bedeutendes Ereignis. Das ALBUM öffnet für jede Woche ein ausgewähltes Kalenderfenster.
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