Jagr will seine Sammlung komplettieren

15. Mai 2005, 00:33
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Der tschechische Superstar strebt die Aufnahme in den "Triple-Gold-Club" an, die Schweden werden kompakt dagegen halten

Wien - Vierzehn! Nicht mehr Mitglieder hat der "Triple-Gold-Club" jener Cracks, die neben dem Stanley-Cup auch Olympia- und WM-Gold gewinnen konnten. Just dem Tschechen Jaromir Jagr, den viele ob seiner 1463 Scorerpunkte in 1027 NHL-Partien für den besten Eishackler der Welt halten, blieb die Aufnahme bis dato versagt, nach zwei NHL-Erfolgen mit Pittsburgh (1991, 1992) und dem Olympiasieg 1998 fehlt ihm allein ein WM-Erfolg. "Es ist zum Aus-der-Haut-Fahren", sagte Jagr nach dem Scheitern im Heim-WM-Viertelfinale, nun klopft er in Wien erneut an die Klubtür. Vorerst allerdings bauen sich am Samstag (20:15 Uhr) im Semifinale noch die Schweden vor Jagr und Tschechien auf.

Das Dreikronenteam von Bengt-Ake Gustafsson, dem ehemaligen Feldkirch-Goalgetter, stand unter dem Neo-Salzburg-Coach Hardy Nilsson zuletzt zweimal in Folge im WM-Finale, um zweimal gegen Kanada zu verlieren. Auch in Österreich überzeugten die Schweden mit kompakter, disziplinierter Defensivarbeit. "Das wird unser schwerstes Spiel, weil sie bisher sehr dominant gespielt haben", prophezeit Tschechiens Viertelfinal-Held Tomas Vokoun, der im Shootout gegen die USA keinen einzigen Penalty ins Tor gelassen hatte. "Wir müssen noch besser und aktiver werden. Die Tschechen sind womöglich das beste Team der Welt", erklärte Schwedens Daniel Sedin, der sein Team zu einem 2:1 über die Schweiz geführt hatte.

Neben der Tatsache, dass sie schon einmal, 1996, in Wien gewonnen haben, spricht auch die ewige Bilanz für die Tschechen. Bei 39:33-Siegen gegen Schweden rechnen ihnen die Statistiker freilich auch alle tschechoslowakischen Resultate zu. Drei Testduelle gingen zuletzt ins Penalty-Schießen, zweimal setzten sich dabei die Schweden durch. Ihnen sagt man nach, sie könnten in entscheidenden Phasen erstens cool bleiben und zweitens zulegen.

Kein Wunder, dass es neben sechs Russen (Kamenski, Gusarov, Fetisow, Larionow, Mogilny, Malakow) und vier Kanadiern (Sakic, Shanahan, Blake, Niedermayer) allein vier Schweden (Jonsson, Loob, Naslund, Forsberg) in den "Triple Gold Club" geschafft haben. Freilich steht keiner der vier Herren im aktuellen WM-Team. (fri - DER STANDARD PRINTAUSGABE 14./15.5. 2005)

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