Archäologen finden protestantischen Friedhof aus dem 17. Jahrhundert nahe Paris

23. Mai 2005, 13:25
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Forscher hoffen Überreste der ersten protestantischen Kirche des Landes zu finden

Saint-Maurice - Erstmals sind Archäologen in Frankreich auf Überreste eines protestantischen Friedhofs aus dem 17. Jahrhundert gestoßen. Von dem Fundort in Saint-Maurice im Südosten von Paris erhoffen sich die Wissenschaftler nun Aufschlüsse über das Procedere potestantischer Bestattungen im mehrheitlich katholisch geprägten Frankreich, wie das staatliche Institut Archäologische Forschung (INRAP) am Freitag mitteilte. Außerdem hoffen die Forscher, auf Überreste der ersten protestantischen Kirche des Landes zu stoßen, die 1607 vermutlich unweit des Friedhofs von Saint-Maurice errichtet worden war.

Auf dem rund 900 Quadratmeter großen Gelände seien wahrscheinlich mehr als hundert Menschen beigesetzt worden, sagte der Archäologe Jean-Yves Dufour. Die Forscher hätten bereits ein fast vollständig erhaltenes Skelett und mehrere Gebeine freigelegt. Die Ausgrabungen auf dem Friedhof, der zufällig bei Bauarbeiten für ein Senioren-Wohnheim entdeckt worden war, sollen noch bis Ende Juni dauern. Protestanten und Katholiken lieferten sich im Frankreich des 16. Jahrhunderts mehrere Religionskriege. In der berühmten Bartholomäusnacht 1572 wurden tausende Hugenotten von fanatischen Katholiken umgebracht. 1598 erhielten die Protestanten mit dem Edikt von Nantes die Religionsfreiheit.(APA)

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