Holender gegen "Finanzbegehrlichkeiten"

13. Mai 2005, 18:09
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Staatsopern-Direktor gegen Burgtheaterwünsche

Wien - Staatsoperndirektor Ioan Holender weist in einem offenen Brief "Finanzbegehrlichkeiten" (Holender) von Seiten des Burgtheaters gegenüber der Staatsoper zurück. Burgtheater-Geschäftsführer Thomas Drozda hatte am Donnerstag bei der Burgtheater-Pressekonferenz eine "Lösung von Eigentümerseite" für die prekäre finanzielle Situation des Burgtheaters angeregt. Konkret ging es um den Aufteilungsschlüssel, nach dem die Holding das Budget auf die drei Häuser Burgtheater, Staats- und Volksoper verteilt.

Dieser Aufteilungsschlüssel sei "nicht gesetzeskonform", so Drozda, der eine "gesetzeskonforme Aufteilung" forderte. Bundestheater-Holdingchef Georg Springer hatte im Nachhinein jedoch betont, dass das Burgtheater durch den vorliegenden Verteilungsschlüssel sogar mehr Geld bekommen hätte als bei einer "völlig gesetzeskonformen" Aufteilung.

Holding-interne Umschichtung?

Holender meint nun, dass "eine Änderung des Aufteilungsschlüssels nie erfolgen wird". Sowohl Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) als auch Finanzminister Karl-Heinz Grasser (V) hätten ihm "persönlich zugesagt", dass der Staatsoper "weder in der Änderung des Verteilungsschlüssels noch in der Form der Gewinnverteilung Geld weggenommen wird", so Holender. Dies wäre "unter meiner Amtsführung nie möglich". Schon mehrmals waren die guten finanziellen Zahlen der Staatsoper Anreiz für Diskussionen einer Holding-internen finanziellen Umschichtung gewesen. Holender hatte sich dagegen immer verwehrt.

Holender kritisiert bei dieser Gelegenheit auch die finanzielle Vorgangsweise im Burgtheater. Die Nichterhöhung der Basisabgeltung sei "wohl der Hauptgrund, aber sicher nicht der einzige" für die von Drozda angekündigten Burgtheater-Verluste von 2,7 Mio. Euro für die kommende Saison. So genießen laut Holender die "350 nach den neuen, flexibleren Individualverträgen honorierten technischen Mitarbeiter" des Burgtheaters eine "weitaus höhere Bezahlung als ihre Kollegen in der Staatsoper". Und auch Drozda bekomme ein "beträchtlich höheres Gehalt" als der Geschäftsführer der Staatsoper. (APA)

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