Europa: Berichtssaison geht zu Ende

18. Mai 2005, 10:01
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Ein Kommentar von Alihan Karadagoglu/Jürgen Ulamec aus dem Equity Weekly der Erste Bank

Die europäischen Märkte beendeten die abgelaufene Woche mit Kursabschlägen. Der deutliche Rückgang beim Ölpreis, der nachgebende Euro und gute Konjunkturdaten verhinderten noch höhere Kursverluste.

Für Enttäuschung sorgten die Geschäftszahlen von Münchener Rück und Converium sowie negative Analystenkommentare zur Branche. Im DAX überzeugte MAN mit einem Gewinn- und Umsatzsprung. Henkel profitierte vom positiven Analystenkommentar. Während die Deutsche Telekom im Q1 dank ihrem starken US-Geschäft um 60 Prozent mehr als im Vorjahresquartal verdiente, musste KPN einen Gewinnrückgang (-33 Prozent) hinnehmen.

Angesichts der höheren Energiepreise und Raffineriemargen konnten ENI und Repsol mit ihrem Gewinnwachstum im Q1 an das gute Branchenergebnis anschließen. Auch die Versorger E.ON und Endesa präsentierten starke Zahlen und übertrafen die Analystenprognosen. Der Konkurrent RWE berichtete hingegen einen leichten Rückgang beim operativen Gewinn. Die zyklischen Werte Lufthansa und TUI überraschten mit einem deutlich niedrigeren operativen Verlust im Q1.

Im EuroStoxx50 verbuchte ING dank starkem Bankgeschäft einen Gewinnanstieg von 72 Prozent und Aegon profitierte im Q1 von Sondereffekten. Auf der konjunkturellen Seite verzeichnete die deutsche Wirtschaft im Q1 das kräftigste BIP-Wachstum (+1 Prozent YoY) seit 2001. Nach weitgehendem Abschluss der Berichtssaison zum Q1 dürfte es dem Markt für nächste Woche an Impulsen fehlen. Wir erwarten daher eine verhaltene Kursentwicklung.

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