Airbus kann A380-Liefertermine nicht einhalten

26. Mai 2005, 19:48
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Verzögerung "möglich, wenn nicht wahrscheinlich" - Entschädigung für jeden Monat Verzögerung üblich

Toulouse - Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat Probleme bei den Lieferterminen für das neue Großraumflugzeug A380 bestätigt. Eine Verzögerung der Auslieferungen sei "möglich, wenn nicht wahrscheinlich", sagte der stellvertretende Marketingvorstand Christian Scherer am Freitag in Toulouse.

Wenn es Verzögerungen gebe, werde dies nicht nur die ersten Maschinen betreffen. Die Fluglinie Singapore Airlines als Erst-Abnehmer des größten Passagierjets aller Zeiten hatte am Donnerstag erklärt, sie sei von Airbus über eine Verschiebung des Liefertermins von der ersten auf die zweite Jahreshälfte 2006 informiert worden.

Der mit 43 Bestellungen größte Airbus-Kunde Emirates wurde nach eigenen Angaben zunächst nicht über Verzögerungen unterrichtet.

"Kein Drama"

Die Verzögerungen seien "kein Drama", sagte Scherer. Sie ergäben sich aus den ineinandergreifenden Prozessen bei der Produktion der Maschinen. Das Wichtigste sei, dass die Kunden zuverlässige Lieferdaten genannt bekämen. Singapore Airlines erklärte, es sei üblich, für jeden Monat Verspätung bei der Auslieferung Entschädigungszahlungen zu erhalten. Der Vertrag zwischen Airbus und der Fluglinie aus Singapur ist jedoch geheim.

Der A380 hatte am 27. April seinen ersten Testflug absolviert. Insgesamt hat Singapore Airlines zehn Festbestellungen und 15 Kaufoptionen für den Riesen-Jet abgegeben, der in seiner Standardversion 555 Fluggäste aufnehmen kann. Emirates rechnete bislang mit einer Auslieferung ab Oktober 2006. Eine Airbus-Sprecherin sagte am Donnerstag, Emirates solle wie geplant "Ende 2006" erste Maschinen erhalten. (APA)

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