AG: "ÖH ist politisch vollkommen isoliert"

31. Mai 2005, 10:27
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AktionsGemeinschaft will erster Ansprechpartner werden - Hauptanliegen ist eine bildungspolitische Enquete

Aktionismus im Wahlkampf scheint Trumpf zu sein. Die ÖVP-nahe AktionsGemeinschaft (AG) sieht ihre Strategie in Aktionen und Kritik an der linken ÖH Exekutive. Methoden, die linken Listen zugedacht werden, sind das neue Mittel zur Wahlstromkanalisierung der AG. Die politischen Gegenspieler sehen die Ausgangslage für die AG mit großer Verärgerung. Durch das neue Hochschülerschaftsgesetz ist ein Mandatszugewinn für die AG wahrscheinlich. "Doch die Wahlen werden erst im Mai geschlagen" gibt sich Bernadette Gruber, AG-Spitzenkandidatin vorsichtig optimistisch. Der Wiedereinzug in die ÖH-Exekutive ist ein erklärtes Ziel. "In den letzten vier Jahren hat sich in der ÖH nichts mehr getan", beurteilt Gruber die Leistung der Grünen Alternativen StudentInnen (Gras) und des Verbandes Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ).

Nach dem symbolischen Sturm unter dem Motto "(Ver)antwortet" auf die ÖH-Zentrale in der Taubstummengasse folgte die Übergabe von 99 Fragen an die amtierende Vorsitzende Barbara Wittinger (Gras). Bisher sei trotz mehrerer Aufforderungen noch keine der Fragen beantwortet worden, bemerkt Gruber spitz. Laut Gras-Spitzenkandidatin Doris Gusenbauer kann die AG noch lange warten, "sie möge die Fragen an das von ihrer Mutterpartei geführte Ministerium richten. Die Gras hat ihre Konzepte vorgelegt."

Das Hauptanliegen der AG ist eine bildungspolitische Enquete, die alle Gruppen an einen Tisch führt: "Wir müssen wieder erster Ansprechpartner werden", ist Gruber von der Relevanz der ÖH überzeugt. "VSStÖ und Gras haben die Studierendenvertretung durch Populismus und Mediengeilheit bildungspolitisch vollkommen isoliert", beklagt Gruber. Weiters fordert die Spitzenkandidatin eine bessere Erklärung zu bestehenden Bakkalaureatstudien und die Überprüfung von Studienplänen, "damit Bakk-Absolventen nicht der Einstieg in die Wirtschaftswelt verwehrt bleibt". Eliteunis sieht die Frontfrau der AG positiv entgegen. Kompetenzzentren könnten zur Qualitätssteigerung beitragen. Der Erhalt des breiten Angebots sei ihr aber wichtig. (Georg Horvath, Stephanie Deimel/DER STANDARD, Printausgabe, 14./15./16.5.2005)

  • Bernadette Gruber
    foto: standard/andy urban

    Bernadette Gruber

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