Serbischer Minister: Mobtel-Mehrheit noch in Staatsbesitz

14. Mai 2005, 10:07
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Parivodic: Staatliche Post hält mindestens 58 Prozent der Mobtel-Anteile - Martin Schlaff: "Haben zwischen 51 und 42 Prozent", Klärung erst mit Mobilkom-Einstieg

Auch nach der Übernahme der serbischen BK Trade durch die österreichischen Investoren Martin Schlaff, Josef Taus und Herbert Cordt bleiben die Eigentumsverhältnisse beim Mobilfunk-Unternehmen Mobiltel umstritten. Nach den Worten des serbischen Ministers für Wirtschaftsbeziehungen mit dem Ausland, Milan Parivodic, hält die staatliche Post nach wie vor die Mehrheit an der Mobtel, an deren Übernahme die Mobilkom Austria interessiert ist.

"Überrascht"

Der serbische Regierung sei "überrascht" gewesen zu erfahren, dass die österreichischen Investoren bereits seit acht Monaten mit BK Trade verhandelt hätten, ohne die Regierung mit einzubeziehen, sagte Parivodic. Die staatliche Postgesellschaft PTT, die zu hundert Prozent dem Staat gehöre, halte "mindestens 58 Prozent" an der Mobtel, betonte der Minister. Die Regierung gehe davon aus, dass der Staatsanteil sogar noch größer sei - die Frage sei nach wie vor bei einem Schiedsgericht in Zürich anhängig.

Schlaff, Taus und Cordt, die Mobilkom Austria und auch die österreichische Regierung hatten zuvor erklärt, dass die österreichischen Investoren über BK Trade bereits 51 Prozent an Mobtel halten würden und die Eigentumsverhältnisse mit dem Einstieg der Österreich geklärt worden sei.

Gesetze

Man habe den Gästen aus Österreich die "problematische Eigentümerstruktur bei Mobtel" erläutert und die erfahrenen Geschäftsleute hätten dies zur Kenntnis genommen, sagte der serbische Minister Parivodic nun: "Wir haben ihnen zu verstehen gegeben, dass wir nach der Feststellung der PTT-Beteiligung an Mobtel entsprechend den Gesetzen dieses Landes eine öffentliche Ausschreibung machen werden und das dieser Anteil sicher nicht unter 58 Prozent liegen wird", betonte Parivodic. "Sie haben unsere gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Kenntnis genommen und haben sich auf ein Geschäft eingelassen, das ein größeres Maß an Ungewissheit beinhaltet", erklärte der Minister laut serbischer Nachrichtenagentur Tanjug - und der Minister ergänzte: "Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit der österreichischen Wirtschaft."

Dass die Eigentumsverhältnisse bei der Mobtel nach wie vor strittig sind, bestätigte am Freitag auch Martin Schlaff. Nach seinen Angaben besitzen er und seine Investitionspartner jedoch zwischen 51 und 42 Prozent der Mobtel-Anteile. Die angepeilte Übernahme der im Staatsbesitz befindlichen Anteile durch die Mobilkom Austria würde den Konflikt aber "mit einem Schlag" lösen, sagte Schlaff.

Richtige Moment

Für Mobilkom-Chef Bors Nemsic ist nun "der richtige Moment", um Verhandlungen über den staatlichen Anteil an der Mobtel zu beginnen. Wie viel die Mobilkom für die Mobtel zu zahlen bereit wäre, wollte Nemsic heute in Belgrad nicht sagen - es sei nun an der serbischen Regierung, einen Preis zu nennen. "Wir haben unser Interesse am serbischen Markt, der perfekt in unsere Expansionsstrategie im südosteuropäischen Raum passt, schon kund getan und bekräftigen erneut unser Vorhaben. Wir sind derzeit in Slowenien und Kroatien präsent und haben vor Kurzem eine Kaufoption für die Übernahme des bulgarischen Betreibers Mobiltel vereinbart", sagte Nemsic.(APA)

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