Kapitalerhöhung bei Böhler-Uddeholm startet in Kürze

20. Mai 2005, 16:25
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Vorstand lädt für 18. Mai zu Pressekonferenz "anlässlich einer beabsichtigten, wichtigen Maßnahme"

Wien - Beim börsenotierten Edelstahlerzeuger Böhler-Uddeholm dürfte in Kürze der Startschuss für die angekündigte Kapitalerhöhung fallen. Für kommenden Mittwoch (18. Mai) hat der Vorstand am Freitag überraschend zu einer Pressekonferenz "anlässlich einer beabsichtigten, wichtigen Maßnahme der Gesellschaft" geladen. In Agenturberichten hatte es gestern unter Berufung auf Marktkreise geheißen, die Kapitalerhöhung starte bereits nächste Woche.

Der Weg dafür ist seit der Hauptversammlung vom Dienstag frei. Die Aktionäre hatten die Führungsriege um Generaldirektor Claus Raidl ermächtigt, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch die Ausgabe von bis zu 2,5 Millionen neuen Aktien aufzustocken.

Erlös von bis zu 250 Millionen Euro möglich

Mit diesem Kapitalrahmen (Genehmigtes Kapital) könnte sich Böhler-Uddeholm zum aktuellen Börsekurs mehr als 250 Mio. Euro für die "Kriegskasse" besorgen. Bei Böhler selbst war indes von einem kleineren Volumen die Rede gewesen. "Wir nehmen sicher nicht den ganzen Betrag", hatte Raidl in der Hauptversammlung erklärt. Analysten schätzen das Volumen der Kapitalerhöhung auf 150 bis 200 Mio. Euro.

Das frische Geld wäre nicht nur für die bisher größte Akquisition in der Konzerngeschichte, die Übernahme der deutschen Buderus Edelstahl (Closing im Juni), bestimmt, sondern auch für die Finanzierung weiterer Wachstumsprojekte. Böhler-Uddeholm verhandelt zurzeit den Kauf eines Schweißtechnik-Spezialisten in Europa.

Fries zieht nicht mit

Der größte Aktionär des österreichischen Großkonzerns, die private Investoren-Gruppe um den Badener Rechtsanwalt Rudolf Fries, die über ihre BU Industrieholding 25,7 Prozent hält, wird bei der kommenden Kapitalerhöhung nicht mitziehen. Deren Beteiligung wird damit unter die Sperrminorität fallen.

Fries hatte gestern erklärt, es sei besser für den Markt, wenn der rund 74-prozentige Streubesitz erhöht und kein Aktionär bei Böhler eine Sperrminorität halten werde. Die BU Industrieholding werde dem Unternehmen aber als Kernaktionär mit einer Zielgröße von 20 bis 25 Prozent erhalten bleiben. Die Sperrminorität wäre nur wichtig, wenn es einen zweiten starken Aktionär gäbe, der sich als feindlich herausstellte. "Dieser ist derzeit nicht in Sicht", ergänzte Fries. (APA)

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