London: Hunderte afrikanische Kinder spurlos verschwunden

16. Mai 2005, 19:20
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Scotland Yard vermutet Menschenhändler - Fehlen der Meldepflicht in Großbritannien machten Spurensuche fast unmöglich

London - Hunderte afrikanische Schuljungen sind in London spurlos verschwunden ergab eine Untersuchung im Zusammenhang mit einem grausigen Leichenfund aus dem Jahr 2001, gab die Polizei bekannt. Damals war der Torso Kindes in der Themse entdeckt worden. Das nigerianische Kind ist offensichtlich bei einem Ritualmord getöteten worden.

Erschreckende Opferzahlen

Scotland Yard befragte sämtliche Londoner Schulen, wie viele männliche Schüler schwarzer Hautfarbe im Alter von vier bis sieben zwischen Juli und September 2001 nicht mehr zum Unterricht erschienen waren. Das jetzt veröffentlichte schockierende Ergebnis: Allein in diesem Zeitraum waren 300 Kinder afrikanischen Ursprungs verschwunden.

Keine Meldepflicht

Die Polizei befürchtet nun, dass jährlich hunderte Kinder ohne jede Spur in der Metropole verschwinden. Den Angaben zufolge sind diese Verschwundenen in der Regel nicht die Opfer von Gewaltverbrechen, sondern von Kinderhandel.Unzureichende Aufzeichnungen der Einwanderungsbehörden und das Fehlen der Meldepflicht in Großbritannien machten es nahezu unmöglich, die Spuren der verschwundenen Kinder zurückzuverfolgen, hieß es bei Scotland Yard.

Pflegeeltern

Wie Kinderschutzvereinigungen erklärten, werden die Kleinen aus ihrer afrikanischen Heimat nach Großbritannien geschickt, um mit ihnen Geld zu machen. Nach Angaben der BBC liegt ein Teil des Problems in der afrikanischen Gewohnheit, Kinder zu entfernten Verwandten ins Ausland zu schicken. Würden diese Pflegeeltern dann nach dem Schicksal der ihnen Anvertrauten befragt, erklärten sie, die Kinder seien wieder zu ihren Familien nach Afrika zurückgeschickt worden. (APA)

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