Pressestimme aus Slowenien: "Historische Schuld"

13. Mai 2005, 13:41
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"Dnevnik": Nicht die Mühe gegeben, slowenische Ortsnamen auf den Tafeln richtig zu schreiben

Laibach - Österreich werde am Sonntag im Wiener Schloss Belvedere ein Mittagessen genießen, für das es die Rechnung noch nicht bezahlt habe, schreibt heute, Freitag, die Laibacher Tageszeitung "Dnevnik" in einem Kommentar. Andere slowenische Zeitungen berichten über die Ereignisse im Nachbarland rund um die Staatsvertragsfeierlichkeiten zwar ausführlich, aber zunächst kommentarlos.

Zeitungsannonce

"Dnevnik" erwähnt, dass vor 50 Jahren der Kampf der slowenischen Partisanen in Kärnten von österreichischer Seite als "Trumpf" ausgespielt wurde, als es galt zu beweisen, dass auch Österreich etwas zu seiner Befreiung beigetragen habe. Heute verlange der Kärntner Heimatdienst in einer ganzseitigen Zeitungsannonce, als "Gegenleistung" für die Aufstellung von fünf zweisprachigen Ortstafeln, man müsse die Partisanengewalt in Kärnten verurteilen. In den reich mit Photos bestückten Zeitungsberichten wird vor allem bemängelt, dass man sich nicht die Mühe gegeben hat, slowenische Ortsnamen auf den Tafeln richtig zu schreiben.

"Unzweideutige Erfüllung"

"Dnevnik" schreibt, die jugoslawischen Gebietsforderungen seien nach dem Zweiten Weltkrieg nicht aus ganzem Herzen gestellt worden, besonders nachdem die Sowjetunion ihre Unterstützung entzogen hatte. Auch sei die österreichische Regierungsdelegation 1955 mit der Kärntner Empfehlung nach Moskau abgereist, in dem Artikel 7 "keine Einzelheiten" festschreiben zu lassen, denn die Einzelprobleme werde man schon im Land selbst "heimatlich" zu lösen versuchen. Trotzdem sei die volle und unzweideutige Erfüllung des Artikels 7 "historische Schuld" Österreichs. Das selbe gelte auch für Slowenien als Minderheitenschutzmacht, meint die Zeitung. (APA)

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