Bombenleger vom Dresdner brach überraschend sein Schweigen

16. Mai 2005, 19:17
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Kurz vor Prozessende nannte er einen Mittäter, der die Idee zu der Erpressung gehabt haben soll

Dresden - Der mutmaßliche Bombenleger vom Dresdner Hauptbahnhof hat kurz vor Prozessende überraschend sein Schweigen gebrochen. In einer Erklärung vor dem Landgericht Dresden bezichtigte der Angeklagte U. Vogel einen langjährigen Bekannten der Mittäterschaft. Dieser Mann habe die Idee zu der Erpressung gehabt, sagte Vogel. Um der Geldforderung an die Bank Nachdruck zu verleihen, hätten sich beide auf die Bombe geeinigt. Der 63-Jährige räumte zudem erstmals eine Beteiligung an der Erpressung ein.

Mit der Erklärung des Angeklagten verzögert sich der Prozess weiter, das geplante Plädoyer der Verteidigung wurde verschoben. Vogel soll vor Pfingsten 2003 eine scharfe Kofferbombe auf einem Bahnsteig abgestellt haben, um die Deutsche Bank zu erpressen. Er muss sich seit Juni 2004 unter anderem wegen versuchten Mordes und versuchter schwerer räuberischer Erpressung vor Gericht verantworten. Staatsanwaltschaft und Nebenklage forderten bereits lebenslange Haft.

Laut Vogel hat sein Bekannter die Materialien für die Bombe in Tschechien besorgt. Die später in dem Koffer gesicherte zweite DNA-Spur ist laut Gericht aber nicht mit der des Mannes identisch. Die Überprüfung aller Personen in Vogels Umkreis sei negativ gewesen. Vogel gab vor Gericht erneut zu, die Bombe gebaut, den Zündkreis geschlossen und den Koffer auf dem Bahnsteig abgestellt zu haben. Laut Experten war die Stadt damals nur knapp einer Katastrophe entgangen, weil ein Defekt die Explosion verhinderte.(APA)

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