"Souvenirs", die sich niemand aussucht: Urlaubsdermatosen

19. Mai 2005, 19:39
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Gefährliche Hautkrankheiten als Mitbringsel von Fernreisen nehmen zu

Dresden - Immer mehr Menschen bringen von Fernreisen eine gefährliche Hautkrankheit ("Urlaubsdermatose") mit. Ursachen sind vor allem Unwissenheit und Impfmüdigkeit von Touristen, die subtropische und tropische Regionen Asiens, den Mittelmeerraum, Südeuropa, Nord- und Zentralafrika oder Mittelamerika besuchen, wie der Vorsitzende des Vereins "Society for Dermatology", Hubertus Neuber, erläuterte.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sind derzeit rund zwölf Millionen Menschen mit so genannten Leishmanien infiziert, die sich auf der Haut mit juckenden Beulen oder Wimmerln bemerkbar machen. Pro Jahr kommen bis zu 500.000 Neuerkrankungen dazu. Dabei handelt es sich um Parasiten, die sich bei Hunden, Schakalen, Füchsen und Nagetieren einnisten. Die Erreger würden durch den Stich der Sand- oder Schmetterlingsmücke übertragen, möglich sei auch eine Ansteckung durch streunende Hunde oder Katzen, sagte der Dermatologe.

"Orientbeule" und "Kala-Azar"

Als eine vergleichsweise harmlose Variante der Leishmaniose nannte er die "Orientbeule". Hierbei entwickle sich einige Wochen nach der Infektion ein mehrere Zentimeter großes, juckendes Hautgeschwür, das nach ein bis zwei Jahren oft von selbst abheile. Wesentlich gefährlicher sei die Kala-Azar (schwarze Krankheit), die bestimmte Zellen des Immunsystems befalle und ohne Behandlung tödlich ende. Impfungen gegen Leishmaniose gebe es nicht. Einzig wirksam sei daher ein konsequenter Mückenschutz, besonders in den Abend- und Nachstunden.

Gefährlich sei auch der Sandfloh, der mit nur einem Millimeter Größe zu den kleinsten Floharten gehöre. Er bohre sich bevorzugt bei Menschen, die barfuß am Strand liefen, in die Haut der Fußsohle. Eine Infektion könne zu einer Zehenamputation, sogar zum Tod führen. "Gegen eine Reihe von Krankheiten wie Typhus, Gelbfieber oder Hepatitis A, aber auch Tetanus und Diphtherie sollten je nach Reiseziel unbedingt rechtzeitig Impfungen vorgenommen werden", riet Neuber. Man könne sich vor vielen Infektionskrankheiten auch durch Verzicht auf Barfußlaufen und besondere Vorsicht bei der Nahrungsaufnahme schützen.(APA/AP)

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