Salzburger wollen auf den Kilimandscharo laufen

16. Mai 2005, 18:39
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In nur fünf Stunden wollen ein Bank-Prokurist und Büro-Geschäftsführer die 22 Kilometer lange Strecke bewältigen

Salzburg - In nur fünf Stunden wollen zwei Salzburger knapp 5.000 Meter Höhenunterschied bewältigen und auf den Gipfel des Kilimandscharo (5.895 Meter) laufen. Geübte Wanderer benötigen für die 22 Kilometer lange Strecke etwa fünf Tage.

Für ihren Weltrekordlauf haben Peter Gruber (41) und Thomas Brunauer (33) ein Jahr lang trainiert, in der Endphase sogar in Sauerstoffzelten geschlafen. Am 3. Juni fliegen die "Skyrunner" nach Tansania. Etwa fünf Tage später, um 4.00 Uhr, geht's los. Am Ziel werden der Bank-Prokurist und Büro-Geschäftsführer von ihren Ehefrauen empfangen.

Vulkankegel gleicht einem riesigen Wanderberg

Warum haben die beiden Extremsportler für ihren Rekordversuch den höchsten Berg Afrikas ausgewählt? "Der Vulkankegel gleicht einem riesigen Wanderberg. Deshalb ist er auch im Laufschritt bewältigbar", erläutert Peter Gruber. Die schwierigste Herausforderung ist der große Höhenunterschied. Damit den Läufern in der immer dünner werdenden Luft nicht der Sauerstoff ausgeht, war ein spezielles Training in der Höhenkammer des Salzburger Studios EGO-S notwendig.

Dort strampelten Gruber und Brunauer auf dem Ergometer bis auf 2.500 bis 3.000 Meter Seehöhe hinauf. Die "Atemtherapie" mit Sauerstoffmaske am Fernseh-Sessel wurde bis 6.500 Meter simuliert. "In den letzten vier Wochen vor dem Start schlafen wir zu Hause in Sauerstoffzelten, auf durchschnittlich 4.500 Meter." Wozu diese ganze Strapaze? "Während der Atemtherapie bilden sich mehr rote Blutkörperchen, die ja für die Sauerstoffaufnahme zuständig sind." Der Körper ist für den Lauf in sauerstoffarmer Höhenluft gerüstet.

50.000 Euro Investition

Rund 50.000 Euro investieren die zwei Salzburger für ihr Abenteuer. Dem 20-köpfigen Vorbereitungsteam gehören auch Sportärzte und Ernährungswissenschafter an. Für ihr persönliches Trainingsprogramm scheuten die langjährigen Sportsfreunde keine Mühen. Im Winter absolvierte Gruber über 100 Skitouren, meistens in der Nacht. Gelaufen wurde im Schnitt zwei bis drei Stunden am Tag, vorwiegend auf die Berge rund um den Wolfgangsee. Auf den Schafberg rennt der St. Gilgener Gruber in nur 40 bis 50 Minuten.

Offizielle Zeitmessungen auf den Kilimandscharo gibt es offenbar noch keine. Der Obersteirer Christian Stangl benötigte nach eigenen Angaben fünf Stunden und 36 Minuten. Die Laufzeit soll diesmal extern gestoppt werden. Und wenn die Kosten dafür zu teuer sind, einen Beweis können die Salzburger erbringen: Eine spezielle Uhr misst das Höhenprofil und die Laufzeit. "Manipulieren funktioniert nicht." (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die beiden Extremsportler Peter Gruber (li) und Thomas Braunauer

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