Österreicher unzufrieden mit Parteien

13. Mai 2005, 11:42
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Wenig Lob für Regierung, aber Zweifel an brauchbaren Alternativen

Linz - Die Österreicher sind generell erheblich unzufrieden mit den Parteien. Auch das Lob für die Regierung fällt gering aus. Es gibt aber auch Zweifel an brauchbaren Alternativen. Das ist das am Freitag veröffentlichte Ergebnis einer Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstitutes IMAS.

Insgesamt 1.000 repräsentativ für die Gesamtbevölkerung ausgewählten Personen legten die Meinungsforscher Ende April/Anfang Mai Karten mit verschiedenen "Behauptungen" im politischen Bereich vor und fragten, inwieweit der Befragte dem zustimmen könne. Dabei schlossen sich der Aussage "Im Grunde genommen kann man mit keiner Partei wirklich zufrieden sein" 48 Prozent "voll und ganz" an, weitere 39 "teilweise".

22 Prozent würden Schüssel vermissen

Nur 24 Prozent sind voll und ganz überzeugt, dass die Regierung ihre Arbeit gut mache. 22 Prozent würden es bedauern, wenn Wolfgang Schüssel nicht mehr Bundeskanzler wäre. Auch die Haltung gegenüber der Volkspartei ist kritisch. 38 Prozent warfen ihr vor, zu großes Gewinnstreben zu fördern, bei dem die Menschlichkeit unter die Räder komme.

Zweifel an Haiders Treue

Erheblichen Zweifel gibt es auch an der Koalitionstreue von Jörg Haider: 46 Prozent prophezeien, er werde seinen heutigen Standpunkt bald wieder wechseln und die Regierung in Gefahr bringen. Nur zwölf Prozent sind ausdrücklich froh darüber, dass Haider wieder verstärkt in der Bundespolitik mitspielt, 59 Prozent sind es ausdrücklich nicht. Doch bei der Frage nach den Konsequenzen stellten die Meinungsforscher eine auffallende Unsicherheit bei den Befragten fest. 40 Prozent vertreten die Auffassung, es sei Zeit, eine Neuwahl abzuhalten, mit 39 annähernd ebenso viele treten dafür ein, die Regierung sollte trotz des Wirbels mit der FPÖ ihre Arbeit fortsetzen.

Kaum Vertrauen in SP

Dieses halbherzige Eintreten für eine Neuwahl hänge vermutlich mit der skeptischen Einschätzung der politischen Alternativen und der Aussicht auf eine SPÖ-Regierung zusammen, lesen die Meinungsforscher aus den weiteren Umfrageergebnissen ab: 44 Prozent erklären, mit "alten sozialistischen Parolen" seien die heutigen Probleme nicht zu lösen. Ein erheblicher Anteil der Bevölkerung kann sich nur schwer vorstellen, dass Alfred Gusenbauer ein guter Bundeskanzler wäre. Nur 28 Prozent befürworten eine Koalition von SPÖ und ÖVP unter Gusenbauer. Nur 20 Prozent sind uneingeschränkt der Meinung, SPÖ und Grüne könnten eine gute Regierung bilden.

Im Zusammenhang mit den Grünen stimmen laut Umfrage 44 Prozent voll und ganz, weitere 40 Prozent teilweise der Aussage zu, "sie üben an allen Dingen Kritik, sagen aber nicht wie sie es besser machen würden". (APA)

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