Großbritannien: Der Mumps geht um

19. Mai 2005, 19:39
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"Landesweite Mumpsepidemie" mit bereits über 28.000 Fällen: 15 Mal soviel wie im Jahr zuvor

London - Eine Mumpsepidemie in Großbritannien nimmt überraschende Ausmaße an: Wie der "Guardian" am Freitag unter Berufung auf die Gesundheitsbehörden berichtete, seien in diesem Jahr bisher knapp 28.500 Verdachtsfälle in England und Wales registriert worden. Dies sei angesichts von 1.800 Fällen im gleichen Zeitraum des Vorjahres mehr als das 15-Fache. Nach Berichten befindet sich das Vereinigte Königreich "im Griff einen landesweiten Mumpsepidemie", das Fachmagazin "British Medical Journal" registrierte ein verstärktes Auftreten der Krankheit in den letzten Jahren, und besonders seit 2004.

Besonders betroffen seien junge Menschen, die vor 1988 geboren wurden. Erst in jenem Jahr war in Großbritannien mit Mumpsimpfungen begonnen wurden. Nach den Angaben greife die auch als Ziegenpeter bekannte Viruskrankheit aber auch auf Kinder über. Bereits zu Beginn des Jahres waren an Universitäten und in Kasernen Massenimpfungen durchgeführt worden. Das Gesundheitsministerium in London empfahl, dass nun "alle Anstrengungen unternommen werden sollten", um auch alle Kinder zu immunisieren.

Auch hier: Impfmoral im Sinken

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollten 90 Prozent der gefährdeten Bevölkerungsgruppen geimpft sein, um den Ausbruch der Krankheit zu vermeiden. Wie britische Mediziner nun berichteten, sei die Impfrate unter Zweijährigen in Großbritannien aber von 92 Prozent im Jahr 1995 auf etwa 80 Prozent im Jahr 2003/2004 gefallen, in einigen Stadtteilen Londons sogar auf 60 Prozent.

Zu den Symptomen gehören Fieber, Kopfschmerzen und entzündete Ohrspeicheldrüsen, es entstehen die typischen "Hamsterbacken". Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen kann Mumps selten eine Hirnhautentzündung (Meningitis), aber auch eine Entzündung der Hoden oder der Eierstöcke zur Folge haben. Die Mumps-Viren werden in der Regel durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen. In den ersten Tagen der Erkrankung ist die Ansteckungsgefahr am höchsten.(APA/dpa)

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