Umstrittener Dammschnitt bei Entbindung

13. Mai 2005, 13:44
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Studienanalyse bekräftigt Einwände gegen künstliche Scheidenerweiterung: Weniger Komplikationen bei natürlichen Dammrissen

Chapel Hill/USA - Bei Entbindungen bringt ein Dammschnitt in der Regel keinen Nutzen. Eine systematische Analyse bisheriger Studien kommt sogar zu dem Ergebnis, dass die so genannte Episiotomie manchen Frauen mehr schadet als hilft. Der Nutzen des Verfahrens, bei dem die Geburtsöffnung durch einen Einschnitt an der Scheide künstlich geweitet wird, ist schon seit 20 Jahren umstritten.

Manche MedizinerInnen glauben, dass eine Schnittwunde nach der Geburt besser verheilt als ein Riss. Zudem soll der Eingriff die Wahrscheinlichkeit von Beckenbodenproblemen wie etwa Inkontinenz verringern. MedizinerInnen der Universität von North Carolina überprüften die bisherigen Studien auf den Nutzen der Episiotomie bei Geburten ohne größere Komplikationen.

Demnach verheilten die Wunden ohne Dammschnitt schneller als nach einem solchen Eingriff. Auch Komplikationen bei der Wundheilung traten ohne Dammschnitt nicht gehäuft auf. Außerdem schützte die Episiotomie nicht vor Inkontinenz. Frauen, bei denen der Schnitt vorgenommen wurde, hatten danach sogar häufiger Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. "In den meisten Fällen hat die Episiotomie keinerlei Nutzen, und sie kann Frauen schaden", bilanziert der Mediziner John Thorp im "Journal of the American Medical Association". (APA/AP)

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