Der Berg ruft zwei Salzburger

25. Mai 2005, 13:25
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Zwei Extremsportler wollen in Weltrekordzeit auf den höchsten Berg Afrikas, den Kilimand­scharo - Die Bestzeit liegt bei 5:36 Stunden

Salzburg - In nur fünf Stunden wollen zwei Salzburger 4.300 Meter Höhenunterschied bewältigen und auf den Gipfel des Kilimandscharo (5.895 Meter) laufen. Durchschnitts-Wanderer benötigen für die 22 Kilometer lange Strecke etwa fünf Tage. Für ihren Weltrekordlauf haben Peter Gruber (41) und Thomas Brunauer (33) ein Jahr lang trainiert, in der Endphase sogar in Sauerstoffzelten geschlafen. Am 3. Juni fliegen die "Skyrunner" nach Tansania. Etwa fünf Tage später, um 4.00 Uhr, geht's los. Am Ziel werden sie von ihren Ehefrauen empfangen.

Riesiger Wanderberg

Warum haben die beiden Extremsportler für ihren Rekordversuch den höchsten Berg Afrikas ausgewählt? "Der Vulkankegel gleicht einem riesigen Wanderberg. Deshalb ist er auch im Laufschritt bewältigbar", erläutert Peter Gruber. Die schwierigste Herausforderung ist der große Höhenunterschied. Damit den Läufern in der immer dünner werdenden Luft nicht der Sauerstoff ausgeht, war ein spezielles Training in der Höhenkammer des Salzburger Studios EGO-S notwendig.

"Atemtherapie" mit Sauerstoffmaske am Fernseh-Sessel

Dort strampelten Gruber und Brunauer auf dem Ergometer bis auf 3.000 Meter Seehöhe hinauf. Die "Atemtherapie" mit Sauerstoffmaske am Fernseh-Sessel wurde bis 6.500 Meter simuliert. "In den letzten vier Wochen vor dem Start schlafen wir zu Hause in Sauerstoffzelten, auf durchschnittlich 4.500 Meter." Wozu diese ganze Strapaze? "Während der Atemtherapie bilden sich mehr rote Blutkörperchen, die ja für die Sauerstoffaufnahme zuständig sind." Der Körper ist für den Lauf in sauerstoffarmer Höhenluft gerüstet.

"Wir werden ziemlich k.o. sein"

Weil die Skyrunner in dem Schotterkegel des Kilimandscharo regelrecht versinken könnten, starten sie zeitig in der Früh vom Gate "Mweka" aus, um auf gefrorenem Boden zu laufen. Bereits gegen 9.00 Uhr wollen sie 22 Kilometer weiter am "Uhuru Peak", dem höchsten Punkt des Berges, ankommen. Der bisherige Weltrekordhalter, der Steirer Profi-Skyrunner Christian Stangl hat den Berg in 5 Stunden 36 Minuten bezwungen, seine Laufstrecke betrug jedoch 45 Kilometer.

Dass die Familienväter von ihren Ehefrauen empfangen werden, die sich schon Tage zuvor in Begleitung von Trägern und einem Koch auf den Weg machen, steht nicht nur für ihre tiefe Verbundenheit, sondern hat auch noch einen sportpsychologischen Nebeneffekt. "Wir werden ziemlich k.o. sein. Da ist es wichtig, wenn dir jemand hilft, der dich gut kennt", erklärt Gruber.

In 50 Minuten auf den Schafberg

Rund 50.000 Euro investieren die zwei Salzburger für ihr Abenteuer. Dem 20-köpfigen Vorbereitungsteam gehören auch Sportärzte und Ernährungswissenschafter an. Für ihr persönliches Trainingsprogramm scheuten die langjährigen Sportsfreunde keine Mühen. Im Winter absolvierte Gruber über 100 Skitouren, meistens in der Nacht. Gelaufen wurde im Schnitt zwei bis drei Stunden am Tag, vorwiegend auf die Berge rund um den Wolfgangsee. Auf den Schafberg rennt der St. Gilgener Gruber in nur 40 bis 50 Minuten.

Eine offizielle Zeitmessung gibt es auf dem Kilimandscharo natürlich nicht. Die Laufzeit soll extern gestoppt werden: Eine spezielle Uhr misst das Höhenprofil und die Laufzeit. "Manipulieren funktioniert nicht."

Persönliche Herausforderung

Abgesehen von dem Rekordversuch geht es den beiden um die persönliche Herausforderung abseits von Massenspektakeln wie die Läufe am Großglockner, den Brunauer bestritt, oder etwa der 244-Kilometer-Wüstenlauf "Marathon des Sables". Dort machte Gruber als schnellster Mitteleuropäer die Erkenntnis: "Wenn man wirklich will, kann man viel schaffen." Dazu sei messerscharfes Kalkulieren und Organisieren notwendig. Und das haben Gruber und Brunauer in ihren Berufen als Bank-Prokurist und Geschäftsführer eines Designer-Büros gelernt. (APA)

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    Peter Gruber (li) und Thomas Brunauer wollen in Weltrekordzeit dort hin, wo...

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    ...der 38-jährige Steirer Christian Stangl schon längst war.

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