Rumsfeld kündigt Reform der Militärstrukturen an

19. Mai 2005, 19:34
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Pentagon will 180 Standorte schließen - 29.000 Jobs weniger - Einsparungen von 50 Milliarden Dollar sollen eingespart werden

Washington - Das US-Verteidigungsministerium wird 180 Standorte der Streitkräfte in den USA schließen und beim zivilen und militärischen Personal rund 29.000 Mann einsparen. Dies teilte das Pentagon am Freitag in Washington mit. Das in den USA an Hunderten von Standorten mit Bangen erwartete Programm des Pentagons sieht eine Umsetzung der Pläne bis 2012 vor.

Unter den größten Standorten, die aufgelöst werden sollen, ist der Luftwaffenstützpunkt Ellsworth in South Dakota. Allein dort sollen 4.000 Arbeitsplätze wegfallen. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hatte am Vortag umfangreiche Reformen der US-Militärstrukturen sowie die Schließung von Truppenstandorten angekündigt. Von den jetzt angekündigten Maßnahmen werden insgesamt 220.000 Soldaten und Zivilisten beim Militär betroffen sein, die meisten müssen den Standort wechseln.

50 Milliarden

Mit der Reform sollen in den kommenden 20 Jahren knapp 50 Milliarden Dollar (39 Milliarden Euro) eingespart werden, wie Rumsfeld am Donnerstag in Washington bekannt gab. Zusammen mit den Auswirkungen der Truppenverlagerungen und Standortschließungen im Ausland hoffe das US-Verteidigungsministerium in diesem Zeitraum Ausgaben in Höhe von insgesamt 64,2 Milliarden Dollar einsparen zu können.

Die US-Regierung wolle mit den Militär-Reformen den veränderten Gegebenheiten des 21. Jahrhunderts gerecht werden, betonte Rumsfeld. Heute seien Pentagon und Streitkräfte nicht mehr mit den Herausforderungen der Zeit des Kalten Krieges konfrontiert, sondern mit den neuen Gefahren durch Extremisten und anderen Formen der militärischen Bedrohung.

Bevor der Pentagon-Plan umgesetzt werden kann, muss er von der Kommission für die Schließung von Militärstandorten gebilligt oder geändert werden. Dies soll im September geschehen. Anschließend ist die Zustimmung des Kongresses und schließlich von Präsident George W. Bush erforderlich. (APA/dpa)

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