Pensionsversicherung für Pflegeeltern

13. Mai 2005, 21:54
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Niederösterreich will Beruf aufwerten - Monatliche Versicherungsleistung mit 250 Euro begrenzt

St. Pölten - Pflegeeltern in Niederösterreich sollen künftig für ihre Tätigkeit eine Pension erhalten. Für jene Pflegemütter und -väter, die nicht oder nur geringfügig beschäftigt sind, zahlt das Land die Beiträge zur gesetzlichen Pensionsversicherung.

Das Modell tritt rückwirkend mit 1. Jänner 2005 in Kraft, 160 entsprechende Anträge wurden bereits bei der niederösterreichischen Jugendwohlfahrt gestellt. Weiters soll dadurch wieder mehr Menschen der Anreiz geboten werden, Pflegeeltern zu werden. Der Beruf solle aufgewertet und abgesichert werden, sagte die für die Jugendwohlfahrt zuständige Landesrätin, Christa Kranzl (SP).

Die monatliche Versicherungsleistung ist dabei mit 250 Euro begrenzt. Anspruchsberechtigt sind all jene Pflegeeltern, die laut Pensionsversicherungsanstalt zur Weiter-, Selbst- oder Höherversicherung berechtigt sind. Zudem dürfen die betreffenden Pflegepersonen nicht erwerbstätig sein bzw. dürfen im Falle einer Berufstätigkeit die monatlich eingezahlten Pensionsbeiträge nicht mehr als 250 Euro ausmachen. Die Leistung wird nur für die Dauer des Pflegeverhältnisses erbracht und verpflichtet zur Teilnahme an einer Aus- und Weiterbildung. Diese besteht aus so genannten Pflegeelternrunden, die einmal pro Monat in jedem Bezirk abgehalten werden, sowie aus Fortbildungsveranstaltungen, die vom Land Niederösterreich und der Interessengemeinschaft NÖ Pflege- und Adoptiveltern organisiert werden.

In Niederösterreich werden derzeit 1040 Pflegekinder von 781 Pflegeeltern betreut, manche bis zur Volljährigkeit. In Heimen sind momentan 796 Kinder untergebracht. Der Bedarf an Pflegeeltern ist noch immer groß. (red, DER STANDARD - Printausgabe, 13. Mai 2005)

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