Worldwatch: Chinesischer Boom verschlimmert die Umweltsünden der alten Industrieländer

13. Mai 2005, 07:30
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... die immer noch den größten Umweltschaden anrichten - USA belasten den Globus wie gehabt besonders stark

Washington - Chinas Boom heizt nach einer Studie des renommierten Worldwatch-Instituts den weltweiten Konsum an und treibt gleichzeitig die Umweltverschmutzung in die Höhe. In absoluten Zahlen seien die "alten Industrieländer" aber weiter die größten Umweltverschmutzer, schreibt das Institut in seiner jüngsten Studie mit dem Untertitel: "Trends, die unsere Zukunft bestimmen."

USA und China

Die USA mit ihren rund 280 Millionen Einwohnern stießen 15,7 Mio. Tonnen Kohlenstoff im Jahr aus. In Indien mit mehr als eine Milliarde Menschen seien es 4,9 Mrd. Tonnen. Die USA verbrauchen 20,5 Mio. Barrel Öl pro Tag. Das sind knapp 25 Prozent des Weltverbrauchs. China mit 1,3 Mrd. Menschen kommt auf 6,6 Mio. Barrel pro Tag.

China sorgte im vergangenen Jahr für ein Fünftel des weltweiten Handelszuwachses, die Hälfte des Zuwachses in der Stahlproduktion und stieg mit elf Prozent mehr Ölverbrauch zum zweitgrößten Konsumenten hinter den USA auf. Die Autodichte sei in der Volksrepublik noch auf dem Niveau der USA von 1912. Die Zahl der Autos werde aber in dem asiatischen Land von rund fünf Millionen in diesem Jahr auf 7,3 Millionen 2007 steigen.

Die Folgen

Zur fortschreitenden globalen Umweltbelastung meint das Institut: Fast ein Viertel aller Säugetierarten sei bedroht, weil die Zahl der Tiere auf Grund menschlicher Aktivitäten zurückgehe. Eisbären, Pinguine und Robben litten wegen der schmelzenden Eisberge. "Es gibt viele Anzeichen, dass Armut, Umweltschäden und Infektionskrankheiten wachsen", sagte die Hauptautorin der Studie Lisa Mastny. "Aber die gute Nachricht ist, dass die meisten Trends umkehrbar sind."

Das Institut hat für die Studie keine eigenen Erhebungen gemacht, sondern Daten über Weltproduktion, Konsum und Umweltschäden aus offiziellen Länderstatistiken, von UN-Organisationen und anderen Instituten zusammengetragen. Dazu gehören für das vergangenen Jahr: - 1,8 Millionen Menschen starben wegen Luftverschmutzung - weltweit waren 551 Millionen Autos auf den Straßen - jede Stunde wurden 100 Millionen Dollar für Soldaten, Waffen und Munition ausgegeben - - es wurden 47 760 Megawatt Windenergie produziert, 20 Prozent mehr als im Jahr davor.(APA/dpa)

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