Hirne tanzen mit Nestlé-Geld

20. Mai 2005, 16:44
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Milchmischgetränk Returnity auf Red-Bull-Spuren

Wien/Mondsee - "Ich hoffe, dass es so geht wie Red Bull. Nein, ich weiß, ein zweites Red Bull landest du nie. Wir sollten jetzt erstmal die ersten drei Jahre überleben." Hans P. Vriens, Holländer mit Wohn- und Firmensitz in Mondsee/ OÖ, weiß genau, wovon er spricht. War er doch Angestellter Nummer fünf, den Dietrich Mateschitz für die heutigen Energydrink-Riesen Red Bull geholt hatte. Zuvor hatte Vriens bei Procter & Gamble jenen Job, den Mateschitz zu- vor gemacht hatte: den Vertrieb von Colgate-Produkten.

Heute hat Vriens mit seinem Partner David-Jan de Zeeuw eine eigene Firma. Und einen eigenes Wachbleibgetränk, einen Milchshake, angereichert mit Koffein, nach dem Vorbild des Starbucks Frappuchino. Abgefüllt wird "Returnity" bei der Ennstal Milch, finanziert wird das Unternehmen von einem Venture-Capital-Fonds, der vom Schweizer Lebensmittelgiganten Nestlé gespeist wird. Im März 2004 startete man, jetzt wurden das Kapital und der Werbedruck erhöht - die TV-Werbung mit den tanzenden "Hirnen" (siehe Bild) für den "Brain Shake" war ein erster Schritt. Wie viel Nestlé genau zuschießt, will Vriens geheim halten - um nicht Gelüste des Handels zu wecken.

Bisher wird das Produkt in Österreich und Holland vertrieben, zehn bis 20 Millionen Euro Umsatz ist ein erstes Ziel, dann will Vriens jährlich um fünf Prozent steigern. Aber zunächst muss das Start-up überleben. Die Mortalitätsrate von neuen Getränken beträgt in Europa mittelfristig derzeit 99 Prozent. Vriens: "Returnity hat, was es braucht, um zu dem einen Prozent zu gehören." (szem, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.5.2005)

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