Widerstand gegen Operation Matador

15. Mai 2005, 09:39
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Mit Attentaten gegen Sicherheitsbeamte und Bombenanschlägen in Bagdad und Kirkuk geht die Gewalt im Irak weiter

Mit Attentaten gegen Sicherheitsbeamte und Bombenanschlägen in Bagdad und Kirkuk geht die Gewalt im Irak weiter. Die UNO warnt, dass der Irak zu einem Logistikzentrum für Drogenhandel wird.

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Bagdad - Die Welle der Selbstmordanschläge im Irak hält ein. Bei einem Attentat in der Nähe eines Marktes in Bagdad sind am Donnerstag mindestens 17 Menschen getötet und 65 verletzt worden. Mehrere Marktstände und Autos wurden durch die Wucht der Autobombenexplosion in dem zumeist von schiitischen Muslimen bewohnten Stadtteil im Osten der irakischen Hauptstadt zerstört. Insgesamt kamen bei den Anschlägen am Donnerstag mehr als 20 Menschen ums Leben.

Auch zwei hochrangige Sicherheitsbeamte fielen den Mordanschlägen zum Opfer. Der irakische Brigadegeneral Iyad Imad Mahdi und Stabsoffizier Fadhil Muhammed Mobarak wurden in ihren Autos erschossen.

Minenexplosion

In Kirkuk detonierte in der Nähe einer schiitischen Moschee ein Sprengsatz. Dabei kamen zwei Menschen ums Leben, zwei weitere wurden verletzt. Zwei US-Soldaten sollen bei einer Minenexplosion im Nordwesten des Irak ums Leben gekommen und 14 verletzt worden sein.

Die Truppen waren an der Offensive Matador beteiligt, die derzeit knapp 25 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt gegen Aufständische läuft. Dort sollen die Rebellen Ausbildungslager für ausländische Kämpfer eingerichtet haben. Mit rund 1000 Marineinfanteristen ist Matador die größte Offensive der USA seit dem Sturm auf die Stadt Falluja. Doch die Aufständischen sind laut US-Armee besser ausgebildet und organisiert als woanders und verfügen über moderne Waffen.

Nach Schilderungen der Washington Post liefern sie sich stundenlange Gefechte mit US-Marines. "Sie sind hergekommen, um zu sterben", beschrieb ein Kommandant die Kampfmoral. "Alles, was sie wollen, ist, uns mit in den Tod zu nehmen." Die Gegner versteckten sich in schmalen Lücken unter dem Fundament von Häusern und feuerten von dort aus. Nach dem US-Militäreinsatz sollen bis zu 3500 irakische Soldaten das Eindringen ausländischer Kämpfer verhindern.

Der Internationale Suchtmittelkontrollrat der UN (INCB) warnte indes am Donnerstag in Wien davor, dass der Irak immer stärker zu einem Transitland und Logistikzentrum für Drogen werden könnte. In jüngster Zeit seien große Mengen an Drogen an der Grenze zwischen dem Irak und Jordanien beschlagnahmt worden. "Ohne das Drogenproblem anzugehen, wird es keinen Frieden und keine Sicherheit im Irak geben", sagte INCB-Präsident Hamid Ghodse. Kriminelle, Terroristen und Drogenhändler würden einander in die Hände arbeiten. (DER STANDARD, Printausgabe, 13.5.2005)

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    Eine Autobombe explodierte mitten auf einem Markt im Westen von Bagdad und tötete 17 Menschen.

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