Studie empfiehlt Bau von Fixerräumen

13. Mai 2005, 22:02
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Kriminalität und Folgekosten werden verringert - Grüne dafür, alle anderen Parteien dagegen

Wien – Die Wiener Grünen starteten am Donnerstag eine neue Initiative zur Schaffung von Konsumationsräumen für Drogenabhängige. Gemeinderätin Susanne Jerusalem wies auf eine Studie des Ludwig Boltzmann-Instituts für Suchtforschung hin, in der zahlreiche internationale Erfahrungen untersucht wurden. Ergebnis: Konsumräume verbessern den Gesundheitszustand von Abhängigen (keine HIV- und Hepatitisinfektionen), entlasten den öffentlichen Raum (keine weggeworfenen Spritzen), verringern Kriminalität und entlasten die öffentliche Hand durch verringerte Folgekosten.

"Absurde Schutzzonenregelungen"

In Bern hat die Bevölkerung sogar dafür gespendet, dass Räume geschaffen werden, in denen sich Suchtkranke unter medizinischer Aufsicht Heroin oder Kokain injizieren können. "In Wien hingegen werden Abhängige mit absurden Schutzzonenregelungen durch die Gegend gejagt", kritisierte Jerusalem.

Die Grünen haben zahlreiche Suchtfachleute, die keinem direkten politischen Einfluss unterliegen, auf ihrer Seite. Darunter Sozialarbeiter, Richter, praktische Ärzte und Therapeuten.

SPÖ, ÖVP und FPÖ gegen "Fixerstuben"

Mit zunehmender Entfernung von der praktischen Drogenarbeit sinkt aber die Zustimmung. Und so manche Politiker, die, um Privatmeinung gefragt, zumindest für einen Probebetrieb sind, müssen offiziell die Parteimeinung vertreten. In ihrer Ablehnung von "Fixerstuben" bilden SPÖ, ÖVP und FPÖ eine seltene Dreieinigkeit. Vom BZÖ ist bisher auch nichts Gegenteiliges gekommen.

Und das findet Susanne Jerusalem sehr schade: "Mit politischem Populismus lassen sich Probleme rund um Suchtkrankheit sicher nicht lösen." (Michael Simoner, DER STANDARD - Printausgabe, 13. Mai 2005)

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