51 Prozent wünschen sich Neuwahlen

13. Mai 2005, 12:44
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Die Folgen der freiheitlichen Selbstzerstörung schaden der Regierung nachhaltig - Mit Infografik

Eine Mehrheit spricht sich in einer aktuellen Umfrage für Neuwahlen aus. Die FPÖ kämpft ums Überleben, das Feld für neue Parteien und Namenslisten ist offener denn je.


Wien – "Es gibt ein diffuses Unbehagen, aber es gibt keine Persönlichkeit, die das politisch bündeln kann." Mit diesem Satz fasst Peter Ulram vom Meinungsforschungsinstitut Fessel-GfK das derzeitige politische Stimmungsklima zusammen. Durch die anhaltende Regierungskrise und den Zerbröselungsprozess der Freiheitlichen ist der Wählermarkt "offener denn je", meint auch OGM-Chef Wolfgang Bachmayer.

Sein Institut sieht die SPÖ in einer aktuellen Umfrage für profil derzeit bei 43, die ÖVP bei 38 und die Grünen bei zwölf Prozent. BZÖ und FPÖ sind mit vier und zwei Prozent nur Randerscheinungen.

Ulram ortet ein Kopf-an- Kopf-Rennen der beiden Großparteien, wobei sich der Abstand zwischen zwei und fünf Prozent bewegt – also‑ innerhalb der statistischen Schwankungsbreite. Die Grünen halten sich stabil über ihrem letzten Wahlergebnis (9,5 Prozent). Eine Einordnung der Blauen und Orangen traut sich Ulram momentan noch nicht zu: "Das fällt unter mutige Hochrechnungen. Klar scheint nur zu sein, dass das BZÖ die besseren Ausgangsbedingungen hat."

Beide Experten sehen in einer Regionalisierung den Rettungsanker für BZÖ und FPÖ. Nur wer bei der nächsten Nationalratswahl ein Grundmandat in Kärnten (BZÖ mit Zugpferd Jörg Haider) oder in Wien (FPÖ mit Heinz-Christian Strache) erringen kann, überlebt. Einig sind sich beide Experten auch, dass neue Parteien und Namenslisten wie jene des steirischen Ex-Landesrats Gerhard Hirschmann oder eine mögliche Gruppierung rund um den EU-Abgeordneten Hans-Peter Martin von der neuen Unübersichtlichkeit profitieren könnten – und FPÖ wie BZÖ massiv schaden. Denn dass mehr als eine Splittergruppe den Verdrängungswettbewerb am Protestwählermarkt überlebt, scheint unwahrscheinlich. Ulram: "Nur eine Kleinstpartei rechts der Mitte wird im Nationalrat verbleiben." (DER STANDARD, Printausgabe, 13.05.2005)

Von Barbara Tóth
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    Koalition im Stimmungstief

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