Vor Übernahme erstmals profitabel

24. Mai 2005, 19:47
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Schwarze Zahlen in der Quartalsbilanz - Auftragseingang und Auftragsstand erreichen neue Höchststände

Wien - Die VA Tech hat im 1. Quartal zum ersten Mal in ihrer jüngeren Geschichte schwarze Zahlen geschrieben. Das Konzernergebnis in den ersten drei Monaten betrug 18,4 Mio. Euro, nach einem Abgang von knapp 7,6 Mio. Euro im vergangenen Jahr. Siemens wird also mit der Linzer VA Tech einen florierenden Betrieb übernehmen - sobald die Wettbewerbshüter in Brüssel dafür grünes Licht gegeben haben. Siemens hält derzeit 97 Prozent der VA Tech-Anteile, eine Entscheidung der EU-Wettbewerbshüter wird für 20. Juli erwartet.

Der Quartalsumsatz des Gesamtkonzerns stieg um 11 Prozent auf 984 (889) Mio. Euro. Auftragseingang (1,6 Mrd. Euro) und Auftragsstand (5,3 Mrd. Euro) erreichten einen neuen historischen Höchststand, sagte der nunmehrige Vorstandssprecher Christian Habegger bei der voraussichtlich letztmaligen öffentlichen Vorlage eines Quartalsergebnisses. Das operative Ergebnis (vor Firmenwert-Amortisationen/EBITA)stieg um beinahe 400 Prozent auf 23,6 (4,9) Mio. Euro. Die VA Tech beschäftigte zuletzt weltweit knapp 16.600 Mitarbeiter.

Trotz einzelner Anzeichen für eine Abschwächung der internationalen Stahlkonjunktur meldet die VA Tech-Metallurgie aber weiter eine starke Nachfrage: "Nach wie vor gibt es zahlreiche Pläne für die Errichtung neuer Rohstahlkapazitäten, die sich vor allem dort konzentrieren, wo ein kostengünstiger Zugang zu Rohstoffen oder Energien besteht", schreibt die VA Tech in einer Aussendung.

Zukunft für Weiz weiterhin ungewiß

Die weitere Zukunft eines Teils des Geschäftsbereiches Energieerzeugung mit 600 bis 700 Mitarbeitern in Weiz und Wien ist nach wie vor ungewiss. "Hier muss sich Siemens überlegen, was strategisch geschehen soll", sagte Habegger. Für die Beschäftigten des Standortes in Weiz besteht eine auf 18 Monate befristete Arbeitsplatzgarantie.

Die Übernahme durch Siemens wird massive Veränderungen in jenen Bereichen erforderlich machen, die derzeit noch mit dem scharfen Siemens-Konkurrenten General Electric (GE) zusammenarbeiten. Dies betrifft zum einen rund 300 Mitarbeiter in Wien, die Gas-Kombikraftwerke zusammenbauen, deren Herzstück, die Turbine, von GE kommt. GE sei hier nicht bereit, künftig mit seinem schärfsten Konkurrenten Siemens zusammenarbeiten, hieß es am Donnerstag. Die letzte derartige Anlage wurde vor wenigen Wochen nach Rumänien verkauft.

In Weiz wiederum werden von der VA Tech Turbogeneratoren für GE gefertigt. "Bisher bestellt GE noch bei uns, wie das in Zukunft sein wird, wissen wir nicht", sagte Habegger. Sollte der Preis stimmen, könnte GE auch künftig als Kunde des Standorts Weiz erhalten bleiben, hofft man bei der VA Tech. (APA)

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    Nettoergebnis im ersten Quartal "atypisch" gut - Situation für Energieerzeugung weiter ungewiss.

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