Tschechien schickt USA nach Hause

15. Mai 2005, 15:38
6 Postings

Nach einem 2:2 nach regulärer Spiel­zeit und einer torlosen Verlängerung entschied Tschechien den Penaltykrimi für sich

Wien - Tschechien ist am Donnerstag durch einen 3:2-Erfolg nach Penalty-Schießen über die USA in das Semifinale der Eishockey-WM eingezogen. Den Tschechen gelang damit die Revanche für 2004, als sie bei der Heim-WM in Prag mit eben diesem Resultat, ebenfalls nach Penalty-Schießen, im Viertelfinale am US-Team gescheitert waren. Tschechien trifft nun im Semifinale am Samstag in Wien auf Schweden (20:15 Uhr).

Es war der erhoffte Eishockey-Leckerbissen, der den 8.000 Zuschauern in der Wiener Stadthalle serviert wurde. Beide Mannschaften hielten sich nicht mit taktischen Spielereien auf, stürmten von Beginn an Richtung gegnerisches Tor. Vor allem die Tschechen mit ihrer Parade-Linie Jagr, Prospal, Straka erzeugten enormen Druck. Mitten in eine Drangperiode des vierfachen Weltmeisters fiel dann aber der Führungstreffer des US-Teams. Kapitän Mike Modano von den Dallas Stars (10.) schloss einen Bilderbuch-Konter nach Assist von Cole mustergültig durch die Schoner des tschechischen Goalies Vokoun ab.

Neben dem dritten Turniertreffer von Modano verdankten die US-Cracks ihre Führung vor allem dem in Hochform agierenden New York Islanders-Goalie Rick DiPietro. Auch der Beginn des Mitteldrittels gehörte den Tschechen, die das Team von Peter Laviolette im Verteidigungsdrittel einschnürten. Und wieder waren es die US-Amerikaner, die trafen. Mark Parrish (New York Islanders) erhöhte im Powerplay mit seinem bereits fünften Treffer im laufenden WM-Turniers auf 2:0 (26.). Parise hatte die ideale Vorlage geliefert. Tschechien fand sich trotz eines eindrucksvollen Schussverhältnisses von 31:16 nach zwei Dritteln auf der Verliererstraße.

Im Schlussabschnitt machte sich das Team von Vladimir Ruzicka erneut auf, diese zu verlassen. Zidlicky (42.) verkürzte mit einem Schuss von der blauen Linie auf 1:2. DiPietro war dabei völlig die Sicht verstellt. Nach 49:50 Minuten stand die mehrheitlich mit tschechischen Fans gefüllte Stadthalle endgültig Kopf. Spacek hatte nach Assist von Prospal den verdienten Ausgleich erzielt. 60 nervenaufreibende Minuten brachten keinen Sieger, das Match musste in die Verlängerung, in der beide Mannschaften nur mit vier Spielern auf dem Eis vertreten sein dürfen.

In der zehnminütigen Overtime traf zunächst der tschechische Verteidiger Frantisek Kaberle (Carolina Hurricanes) nur die Stange. In den letzten 27 Sekunden hatte das US-Team noch die Chance, in Vier-gegen-Drei-Überzahl den Siegtreffer zu erzielen, Tschechien rettete sich aber ins Penalty-Schießen. In der Neuauflage des Penalty-Schießens von Prag traf nur Rucinsky. (APA)

Viertelfinale in Wien:

  • Tschechien - USA 3:2 nach Penalty-Schießen (0:1,0:1,2:0/0:0,1:0). Wiener Stadthalle, 8.000, SR Matsuoka/Hamalainen/Karlsson (CAN/FIN/SWE).

    Tore: Zidlicky (42.), Spacek (50.), Rucinsky (Penalty) bzw. Modano (10.), Parrish (26./PP). Strafminuten: 16 bzw. 12.

    Tschechien: Vokoun - Slegr, Th. Kaberle; Kubina, Spacek; Zidlicky, Fischer; F. Kaberle, Hejda - Jagr, Prospal, Straka; Hlavac, Vyborny, Sykora; Dvorak, Cajanek, Rucinsky; Varada, Hemsky, Vasicek

    USA: DiPietro - Roach, Gill; Martin, Miller; Hauer, Leopold; Liles - Cole, Modano, Knuble; Parrish, Weight, York; Gionta, Parise, Stastny; Adams, Halpern, Hall

    Penalty-Schießen:
    Knuble scheitert an Vokoun
    1:0 Rucinsky
    Weight scheitert an Vokoun
    Hlavac scheitert an DiPietro
    Modano scheitert an Vokoun
    Jagr scheitert an DiPietro
    Parrish am Tor vorbei
    Hemsky scheitert an DiPietro
    Roach scheitert an Vokoun

    • Bild nicht mehr verfügbar

      USA-Keeper Rick Dipietro ließ sich von Jaromir Jagr nicht überraschen.

    • Bild nicht mehr verfügbar

      Im Penaltyschießen traf Rucinsky als Einziger, Tschechien damit im Halbfinale.

    Share if you care.