Jakarta will Ausnahmezustand in Aceh aufheben

19. Mai 2005, 20:58
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"Rückkehr zur zivilen Ordnung" - Wiederaufbau nach Tsunami soll erleichtert werden

Jakarta - Die indonesische Regierung will den Ausnahmezustand in der Unruheprovinz Aceh aufheben. Sie strebe die "Rückkehr zur zivilen Ordnung" an, um den Wiederaufbau nach der Tsunami-Katastrophe zu erleichtern, sagte Sicherheitsminister Adisucipto Widodo am Donnerstag in Jakarta. Der Ausnahmezustand laufe ein Jahr nach Verhängung am 18. Mai aus; die endgültige Entscheidung, wann genau er beendet wird, stehe aber noch aus. Das Militär behalte sich das Recht vor, auch nach der Rückkehr zur zivilen Ordnung die Rebellen in Aceh zu bekämpfen.

In der Provinz an der Nordspitze der Insel Sumatra kämpfen Aufständische seit 1976 für die Unabhängigkeit; dabei wurden bisher mehr als 12.000 Menschen getötet. Regierung und Rebellen führten in den vergangenen Monaten Friedensgespräche unter finnischer Vermittlung. Aceh war am schwersten von der Flutwellenkatastrophe im Dezember betroffen. In der Provinz kamen mehr als 128.000 Menschen ums Leben, 37.000 werden noch vermisst. Der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono hatte im vergangenen Monat gesagt, seit der Tsunami-Katastrophe sei die Gewalt in Aceh zurückgegangen. (APA)

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    Spielende Kinder in einem Flüchtlingscamp in Aceh

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