Rapid stürmt unaufhaltsam Richtung Titel

15. Mai 2005, 14:14
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Etwas gedämpfte Freude im Lager der Austrianer über den 4:0-Erfolg im Geisterspiel: Auch Metz fällt aus

Wien - In der T-Mobile-Bundesliga läuft weiter alles auf die Rückkehr von Rapid auf den Meisterthron hinaus. Nach dem Nachtrags-Mittwoch mit dem 4:0-Sieg der Wiener Austria im Geisterspiel gegen Pasching und dem 1:0-Sieg der Grünweißen aus Hütteldorf dank des späten und umstrittenen Feldhofer-Treffers gegen die Admira halten alle Vereine bei 32 Spielen und Rapid liegt vier Runden vor Schluss sieben Zähler voran.

Hicke gelassen

Rapid-Trainer Josef Hickersberger gab sich aber selbst nach diesem weiteren wichtigen Sieg gelassen. Die Szenen nach dem glücklichen aber verdienten Sieg unterstrichen das Hoch der Hütteldorfer und Tausende Rapid-Fans verwandelten die sonst so verwaiste Südstadt nicht nur in eine grünweiße Pilgerstätte, sondern feierten danach auch bereits so, als ob die Meisterschale schon daheim wäre. Ihr Jubelsturm auf das Spielfeld blieb folgenlos weil er erst nach Spielende ablief.

"Der Sieg der Austria interessiert mich nicht"

Rapid ist also in der Lage, in dieser wichtigen Phase auch mittelmäßige Spiele zu gewinnen und der nächste wichtige Schritt erfolgt am Samstag in "St. Hanappi" vor wohl ausverkauftem Haus, obwohl Absteiger Bregenz der Gegner ist. So sieht es auch Hickersberger. "Der Sieg der Austria interessiert mich nicht. Das wichtigste Spiel ist das nächste gegen Bregenz."

"Sieg war glücklich aber nicht unverdient"

"Hicke" ist einfach begeistert von seiner Truppe. "Ich habe in der Mannschaft noch nie so einen Teamgeist gesehen, obwohl ich dazu nichts beigetragen habe. Der Sieg war glücklich, aber nicht unverdient", bezog er sich auf das umstrittene Feldhofer-Tor. "Es war Oberarm. Wenn es der Schiri pfeift, darf man sich nicht aufregen", gab er zu. Das Rundherum interessiert ihn wenig. "Wir wollen alle ausständigen Spiele gewinnen. Rapid wäre ein würdiger und verdienter Meister."

"Wäre sowieso ins Tor gegangen"

Torschütze Feldhofer zeigte sich überrascht über spätere Diskussionen: "Am Platz hat sich keiner aufgeregt, auch hinter dem Tor hat keiner was gemerkt." Als "Oberarm Gottes" möchte er aber nicht in die Geschichte eingehen. "Wenn, dann war es die linke Schulter. Es war jedenfalls keine Absicht und der Ball wäre sowieso ins Tor gegangen."

Schinkels: "Brauchen nicht sentimental werden"

Es scheint, als ob man das längst auch bei der Austria so sieht. "Wenn Rapid weiter so spielt, dann werden sie verdient Meister", gab Neo-Coach Frenkie Schinkels unumwunden zu. Die Austria-Freude im menschenleeren Horr-Stadion brach Sekunden nach dem Schlusspfiff in sich zusammen, als das 1:0 der Rapidler über Vidiwall zugespielt wurde. Schinkels: "Austria hat die Meisterschaft nicht jetzt verspielt, wir brauchen also nicht sentimental werden."

Stöger: "Kleine Schritte in die richtige Richtung"

Auch Peter Stöger freute sich mehr über die starke Leistung seiner bereits totgesagten Elf, als sich über Rapids Lastminute-Treffer zu ärgern. "Das kann ich nicht beeinflussen, damit beschäftige ich mich nicht." Was für ihn zählt, ist, dass der Ex-Meister die beste Leistung seit langem zeigte. "Auch wenn der Sieg zu hoch ausgefallen ist, wir machen kleine Schritte in die richtige Richtung. Nach drei Spielen ohne Tor hat uns ein 4:0 richtig gut getan. Für die Mannschaft war es wichtig zu sehen, dass sie gewinnen kann, dass sie auch einmal vier Tore schießen kann."

Vierter Austria-Ausfall

Allerdings: Florian Metz hat sich gegen Pasching eine Kniegelenksverletzung zugezogen und fällt damit ebenfalls bis Saisonende aus. Der vierte Austria-Ausfall nach Janocko, Vachousek und Antonsson. Für die "Retourbegegnung" am Sonntag gegen Pasching sind auch Rushfeldt, Michi Wagner noch kein Thema, wenigstens Gilewicz sollte aber wieder dabei sein.

Enttäuschung in Pasching

Zutiefst enttäuscht war hingegen Georg Zellhofer. Für Pasching geht es endgültig "nur noch" um einen UEFA-Cup-Platz. "Wir wollen uns gar nicht aufs Geisterspiel ausreden. Wir spielen phasenweise nicht so schlecht, unterm Strich kommt aber nichts raus und es steht ein Ergebnis, das katastrophal ausschaut. Wir lassen uns vom kleinsten Spieler auf dem Platz ein Kopfballtor schießen (Dosunmu, Anm.). Wir treten nicht wie eine Mannschaft auf, die lange Zeit vorne mit dabei war", ärgerte sich der Betreuer der Oberösterreicher.

Eine Krise zum falschesten Zeitpunkt? Zellhofer: "Der kleine Kader wäre die billigste Ausrede. Wir können nach wie vor elf starke Spieler aufs Feld schicken. Aber es ist keine leichte Zeit für uns. Dazu kommt, dass Kirchler, Jezek, Mayrleb schon für Salzburg unterschrieben haben. Pasching muss Austria im Cup die Daumen drücken, sonst ist der Europacup futsch." (APA)

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    Ab dem 1:0 für Rapid war die Partystimmung in der Südstadt nicht mehr zu überbieten.

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    Im direkten Vergleich: der Horrplatz.

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