Streit um Airbus-Chefposten dauert an

27. Mai 2005, 19:09
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Neue Doppelspitze bei EADS soll erst im Juni antreten

Paris/Amsterdam - Der Streit um den Chefposten beim europäischen Flugzeugbauer Airbus dauert an. Weil keine Regelung gefunden wurde, verschob der Verwaltungsrat des Mutterkonzerns EADS am Mittwoch die Nominierung seiner künftigen Doppelspitze auf Anfang Juni, wie es bei EADS am Abend in Paris hieß.

Die Doppelspitze des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns soll aus dem bisherigen Chef der EADS-Verteidigungssparte, Thomas Enders, und dem bisherigen Airbus-Chef Noel Forgeard bestehen.

Deutsch-französischer Streit

Die deutschen und die französischen EADS-Anteilseigner streiten jedoch seit Wochen darüber, wer dann an die Spitze von Airbus rückt. Die deutsche Seite ist dagegen, dass Forgeard beide Funktionen ausübt.

Die beiden Ko-Präsidenten des Verwaltungsrates, Arnaud Lagardere und Manfred Bischoff, sollen bis zur Nominierung der neuen EADS-Doppelspitze die Geschäfte führen, wie der Konzern am Mittwochabend in Paris mitteilte. Bis zum 1. Juni werde sich der Verwaltungsrat über "die strategischen Zukunftsfragen" äußern.

Das Gremium tagte in Amsterdam, nachdem die Aktionäre des Unternehmens dort zuvor bei ihrer jährlichen Hauptversammlung für die deutsch-französische Doppelspitze Enders/Forgeard gestimmt hatten.

Daimler-Chrysler gegen Doppel-Funktion Forgeards

Daimler-Chrysler lehnt es ab, dass Forgeard zusätzlich seinen alten Chefposten bei der wichtigsten Konzerntochter Airbus behält. "Diese Lösung schließe ich aus", sagte Bischoff, der den Daimler-Konzern vertritt, dem "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe).

Wenn Forgeard die Leitung von Airbus abgebe, "fiele Airbus nicht in ein Loch". Das bestehende Management um die Nummer zwei von Airbus, Gustav Humbert, könne sehr wohl für eine Übergangszeit das Unternehmen weiterführen, bis eine endgültige Lösung gefunden sei, sagte Bischoff.

Daimler ist mit 30 Prozent der Anteile wichtigster deutscher EADS-Miteigentümer, jeweils 15 Prozent besitzen der französische Staat und der Mischkonzern Lagardere. Ein EADS-Sprecher hatte in der vergangenen Woche erklärt, die Vereinbarungen zwischen den deutsch-französischen Hauptaktionären von EADS ließen es ohnehin nicht zu, dass Forgeard parallel den Chefposten bei Airbus behalte.

Bereits vor einem halben Jahr hatte es erhebliche Spannungen zwischen den EADS-Hauptaktionären gegeben. Forgeard hatte angestrebt, die Doppelspitze bei EADS abzuschaffen und die Konzernleitung allein zu übernehmen. (APA)

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