ÖGB: Lohndumping bei Pflegearbeit droht

12. Mai 2005, 13:10
7 Postings

Mit dem Zivildienstgesetz könnten Billigstarbeitskräfte mobilisiert werden, befürchtet Csörgits

Wien - Das geplante Zivildienstgesetz wird von den ÖGB-Frauen heftig kritisiert. Das Gesetz sieht die Möglichkeit vor, dass auch Frauen - auf freiwilliger Basis - einen Zivildienst leisten können. Zusätzlich soll der Zivildienst auch für EWR-BürgerInnen und damit auch für BürgerInnen aus den neuen EU-Staaten geöffnet werden. "Offensichtlich will die Regierung das Zivildienstgesetz dazu missbrauchen, um Billigstarbeitskräfte unter Umgehung der Übergangsfristen aus den neuen EU-Staaten ins Land zu holen", stellt ÖGB-Frauenvorsitzende und Vizepräsidentin Renate Csörgits fest.

Bis zu 1.200 Euro könnten EWR-BürgerInnen, die sich für den freiwilligen Zivildienst entscheiden, an Pauschalvergütung und Bundeszuschüssen pro Monat verdienen, rechnete AK-Experte Christoph Klein im heutigen Ö1-Morgenjournal vor. Um einen freiwilligen Zivildienst bewerben könnten sich nach dem Gesetzesentwurf alle EWR-BürgerInnen unter 35 Jahre.

So wie die AK befürchtet auch ÖGB-Frauenvorsitzende Csörgits, dass durch das geplante Zivildienstgesetz ein Lohndumping in den Sozial- und Pflegeberufen droht und damit einhergehend ein Qualitätsverlust. "Arbeitsminister Bartenstein und Gesundheitsministerin Rauch-Kallat reden viel von den Zukunftsberufen im Pflegebereich. Anstatt für bessere Rahmenbedingungen und eine gute Bezahlung zu sorgen, damit Frauen und Männer längerfristig für diese Berufe gewonnen werden können, drohen aber nun Lohndumping und der massive Einsatz von billigen Kurzzeitarbeitskräften", kritisiert Csörgits.

Der Zivildienst an sich sei ein anzuerkennender Dienst an der Gesellschaft. Es könne aber nicht sein, dass der Zivildienst dazu verwendet würde, um reguläre Arbeitsplätze zu ersetzen, hält die ÖGB-Frauenvorsitzende fest. (red)

Share if you care.