Österreich verliert an Wettbewerbsfähigkeit

12. Mai 2005, 11:57
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Hohe Steuerbelastung und Solzialbeiträge ausschlaggebend für 17. Rang - IMD-Report vergleicht 60 Länder nach über 300 Kriterien

Wien/Lausanne - Der Wirtschaftsstandort Österreich hat im internationalen Vergleich an Attraktivität verloren. Wie aus dem soeben veröffentlichten "World Competitiveness Report 2005" des Lausanner Instituts für Management-Entwicklung (IMD) hervorgeht, ist Österreich in der Rangliste vom 13. auf den 17. Platz zurückgefallen.

Damit liegt Österreich zwar noch knapp vor Bayern (18), fällt aber wieder deutlich hinter die Schweiz zurück, die sich vom 14. auf den achten Rang deutlich verbessern konnte. Deutschland liegt auf Rang 23 und hat sich damit um zwei Plätze verschlechtert.

USA an der Spitze

In der IMD-Indexliste haben die USA weiterhin den Spitzenplatz inne. Dahinter liegt Hongkong, das sich vom sechsten Rang auf den zweiten Platz nach vorne arbeitete. Auf dem dritten Platz ist Singapur zu finden. Am Ende der Skala liegen wie im Vorjahr Venezuela, Indonesien, Argentinien, Polen und Mexiko. In der seit 1989 durchgeführten Studie werden insgesamt 60 Länder und Regionen nach 314 Kriterien auf ihre Position im internationalen Wettbewerb untersucht.

Hohe Steuerbelastung

Ein sehr schlechtes Zeugnis stellt das IMD dem Wirtschaftsstandort Österreich unter anderem hinsichtlich der Steuerbelastung, der überdurchschnittlich hohen Sozialbeiträge, der restriktiven Einwanderungsgesetze sowie der vergleichsweise hohen Kosten für Strom und Internet aus. Schlecht schneidet Österreich auch bei der Bewertung des Arbeitsmarktes ab: der Beschäftigungszuwachs sei im internationalen Vergleich besonders gering. Auch die Inflation habe sich negativ niedergeschlagen. Der Zustand der öffentlichen Finanzen wird mittelmäßig beurteilt, die Fiskalpolitik mangelhaft.

Positive Aspekte

Punkten kann der Standort Österreich in den Bereichen Gesundheitsversorgung und Umwelt. Zudem haben sich die Entwicklung des Aktienmarktes, die hohe Effizienz von Klein- und Mittelbetrieben in Österreich sowie die Außenhandelsentwicklung Österreichs positiv ausgewirkt. Einen Spitzenplatz nimmt Österreich auch bei der Bewertung des Justizsystems und der Sicherheit ein. Ein relativ gutes Zeugnis stellt das IMD Österreich auch für das Straßennetz und das Schulsystem aus. (APA)

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