Mehrere Verletzte bei Ausschreitungen sudanesischer Flüchtlinge

13. Mai 2005, 14:53
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Hilfsorganisationen evakuieren Personal aus Lager im Tschad

N'Djamena - Nach gewaltsamen Ausschreitungen in mehreren Lagern für sudanesische Flüchtlinge im Osten des Tschad haben das UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) und andere Hilfsorganisationen ihre Mitarbeiter evakuiert. Bei einer Demonstration im Lager Iridimi seien sieben Mitarbeiter von Hilfswerken und drei Flüchtlinge verletzt worden, erklärte das UNHCR am Mittwoch. Daraufhin seien die Helfer aus den Lagern Iridimi, Tulum, Mile und Kunugu abgezogen worden.

Die Situation habe sich inzwischen wieder beruhigt, sagte ein Sprecher des UNHCR in der nahe der Grenze zum Sudan gelegenen Stadt Abéché. Es werde noch geprüft, wann die Mitarbeiter in die Lager zurückkehren könnten.

Den Angaben zufolge gingen in Iridimi aufgebrachte Demonstranten mit Stöcken und Steinen gegen die Mitarbeiter der Hilfswerke vor. Dabei wurde eine Flüchtlingsfrau so schwer verletzt, dass sie ins Krankenhaus gebracht werden musste. Zu den Auseinandersetzungen in Iridimi und Tulum kam es nach Angaben des UNHCR, weil sich einige Flüchtlinge entgegen der geltenden Regeln nicht registrieren lassen wollten. In Mile und Kunugu entzündete sich der Streit an einer Verschärfung der Regelung für die Essensausgabe.

Etwa 200.000 Menschen sind nach UNO-Schätzungen vor dem Bürgerkrieg in der sudanesischen Krisenregion Darfur in den Tschad geflüchtet. In dem seit Februar 2003 andauernden Konflikt starben schätzungsweise 300.000 Menschen. (APA)

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