Kenia: Justiz lässt Anklage gegen mutmaßliche Kaida-Attentäter fallen

17. Mai 2005, 22:37
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Verdächtige wegen Botschafts-Attentaten müssen sich wegen weiteren Anschlages verantworten

Nairobi - Die kenianische Justiz hat Anklagen gegen drei Verdächtige des El-Kaida-Attentats 1998 auf die US-Botschaft in der Hauptstadt Nairobi fallen gelassen. Dies verkündete Richter Aggrey Muchelule am Mittwoch in Nairobi, nachdem die Klägerseite tags zuvor mitgeteilt hatte, dass sie auf die Anklage verzichten wolle.

Die drei Männer hatten im Verdacht gestanden, an dem tödlichen Anschlag auf die US-Botschaft am 7. August 1998 beteiligt gewesen zu sein, bei dem 213 Menschen getötet worden waren. Für den Anschlag und einen fast zeitgleichen in der tansanischen Hauptstadt Dar-es-Salam, bei dem weitere 11 Menschen ums Leben kamen, war damals ein Zusammenschluss mehrerer islamistischer Organisationen unter Leitung von Osama bin Laden verantwortlich gemacht worden. Der Zusammenschluss wurde erst später als El Kaida (al-Qaeda) bezeichnet.

Die drei Kenianer stehen aber weiterhin unter Anklage, weil sie im November 2002 an dem Attentat auf ein Hotel in der Küstenstadt Mombasa beteiligt gewesen sein sollen, bei dem 18 Menschen ums Leben gekommen waren, unter ihnen drei Selbstmordattentäter. Zu dem Anschlag auf das israelische Hotel bekannte sich damals El Kaida. Nahezu zeitgleich mit dem Attentat wurden zwei Raketen auf ein israelisches Flugzeug abgefeuert, das gerade in Mombasa gestartet war, die Geschosse verfehlten die Maschine aber nur knapp. Die kenianische Justiz will am 25. Mai mitteilen, ob der Verdacht gegen die drei Männer in diesem Fall ausreichend für ein Verfahren ist. (APA)

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