Banken müssen Hedge-Fonds-Risiken überwachen

26. Mai 2005, 19:53
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Deutsche Bundesbank: Weil Finanzaufsicht über Hedgefonds fehlt sollen Banken einspringen

Frankfurt - Angesichts der fehlenden Finanzaufsicht über Hedge-Fonds müssen Banken nach Ansicht von Bundesbank-Vorstandsmitglied Edgar Meister die mit den Fonds verbundenen Risiken angemessen überwachen und begrenzen.

Obwohl Hedge-Fonds einerseits die Effizienz des Finanzsystems erhöhten, könnten sie andererseits ein Risiko für die Stabilität des Finanzsystems sein, vor allem wenn sie gleichgerichtete Handelsstrategien verfolgten. "Wichtig ist deshalb aus meiner Sicht, dass die Gegenparteien eines Hedge-Fonds, insbesondere die Banken ihre Risiken adäquat überwachen und limitieren", sagte Meister seinem Redetext zufolge bei einem Vortrag am Mittwoch in Frankfurt.

Gerüchte über angeblich verlustreiche Engagements der Deutschen Bank bei Hedge-Fonds sorgten zuletzt am deutschen Aktienmarkt für Aufregung. Die Bank erklärte, sie verleihe kein Geld an Hedge-Fonds.

Meister, der in seiner Rede nicht auf die aktuellen Vorgänge einging, bemängelte die Intransparenz der Fonds. "Hedge-Fonds müssen der Aufsicht keine Daten zur Verfügung stellen. Sie bilden somit weiße Flecken auf der Landkarte der Aufsicht. Und diese Flecken weiten sich aus", sagte das für Bankenaufsicht verantwortliche Vorstandsmitglied. Die Undurchschaubarkeit der Fonds erschwere es Marktteilnehmern und Aufsicht, das Risiko der als Gegenparteien agierenden Banken abzuschätzen.

Als Primärhändler für Hedge-Fonds vergäben Banken an diese auch Kredite. "Zwar nutzen die Prime Broker verstärkt Stresstests. Doch der starke Wettbewerb zwischen den Instituten in diesem Geschäft mag Anlass zur Sorge über die Kreditstandards geben." Der zunehmende Performancedruck in der Hedge-Fonds-Branche könne zu einer verstärkten Marktbereinigung führen, warnte er. (APA/Reuters)

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