EU fordert von China "freiwillige" Begrenzung der Textilexporte

14. Mai 2005, 15:31
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Ernsthafte "Störung" des Textilmarkts soll verhindert werden

Peking - Die Europäische Union hat China zu einer "freiwilligen" Begrenzung seiner Textilimporte nach Europa aufgefordert, um Schutzmaßnahmen zuvorzukommen. Beim Besuch der EU-Troika in Peking sagte die europäische Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner vor Journalisten, die EU wolle verhindern, dass der Textilmarkt "ernsthaft gestört" wird. Die EU suche im Dialog mit China eine Lösung, ohne Maßnahmen zum Schutz der europäischen Textilindustrie einführen zu müssen.

Die Kommissarin wurde zusammen mit Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn für die EU-Ratspräsidentschaft und einem Gesandten des britischen Außenministeriums von Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao sowie von Außenminister Li Zhaoxing empfangen. Nach dem schon 1994 in der Uruguay-Runde im Welthandel vereinbarten Wegfall der Textilquoten zum Jahresbeginn 2005 beklagen vor allem Frankreich, Spanien und Italien eine "Textilschwemme" aus China und fordern Gegenmaßnahmen, derStandard.at berichtete. Dagegen hält Deutschland solche Schritte nicht für notwendig.

EU soll industrielle Anpassung beschleunigen

China verwies auf seine laufenden Bemühungen, den Anstieg der Textilexporte zu bremsen. Während alle Ausfuhren in die EU in den ersten drei Monaten um 34 Prozent gestiegen seien, hätten die Textilexporte nur um 24 Prozent zugenommen, berichtete die zuständige Vizedirektorin Ma Keqing vom Außenministerium in Peking. Das Wachstum sei noch niedriger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die hohe Beamtin beklagte, dass einige EU-Staaten sich nicht rechtzeitig auf den Wegfall der Quoten vorbereitet hätten. "Die EU sollte besser seine industrielle Anpassung beschleunigen, als Schutzmaßnahmen zu ergreifen", sagte Ma Keqing.

Außenkommissarin Ferrero-Waldner räumte ein, die chinesischen Exporte müssten mit "normaler Geschwindigkeit" wachsen dürfen. Die Ermittlungen in der EU liefen, ob es wirklich übermäßige Störungen im Markt gebe. "Wir suchen eine zufriedenstellende Lösung in Konsultationen", sagte Ferrero-Waldner. "Wenn wir eine gemeinsame, freiwillige Lösung finden, bin ich zuversichtlich, dass wir keinen Mechanismus zum Schutz brauchen." Seit der Erweiterung ist die EU der größte chinesische Handelspartner. Umgekehrt steht China für die EU auf Platz Zwei. Der gesamte Handel zwischen beiden Seiten hat im vergangenen Jahr 177 Mrd. Euro erreicht. (APA/dpa)

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