Die Welt durch die Augen einer Würfelqualle

23. Mai 2005, 13:59
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Das Tier ist zwar mit keinem Gehirn, aber dafür mit relativ gutem Sehvermögen ausgestattet - Forscher enträtselten seine Funktionsweise

London - Das Sehvermögen der gehirnlosen Würfelquallen ist enträtselt. Schwedische Forscher klärten die Funktion von acht Linsenaugen, mit denen sich die giftigen Hohltiere ein zumindest unscharfes Bild von ihrer Umgebung machen können, wie die britische Fachzeitschrift "Nature" in ihrer jüngsten Ausgabe berichtet.

Schon zuvor war bekannt, dass Würfelquallen insgesamt 24 Augen und augenähnliche Sensoren haben, mit deren Hilfe sie sich zielgerichtet im Wasser bewegen können. Die Forscher von der Universität Lund fanden nun heraus, dass die acht leistungsfähigsten Augen das Licht so brechen, dass ein relativ unverzerrtes Bild entsteht.

Im Detail

Allerdings liegt die Netzhaut in den acht Augen so, dass nur unscharfe Bilder entstehen. Die Qualle mit dem wissenschaftlichen Namen Tripedalia cystophora gebrauche die Augen mit den Linsen also eher zum Ausweichen vor Hindernissen als etwa für die zielgerichtete Jagd auf Beute, erläutern die Forscher um den Biologen Dan Nilsson.

Jeder der insgesamt vier verschiedenen Augentypen hat demnach spezielle Aufgaben. Die anderen Augentypen der Würfelqualle bestehen aus lichtempfindlichen Sensoren. Die Forscher untersuchten eine Würfelquallenart aus der Karibik, die in Mangroven lebt und lediglich einen Zentimeter groß wird. Entsprechend ihrem Namen haben die Würfelquallen eine eckige Körperform, die Linsenaugen befinden sich an den Extrempunkten.(APA)

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